Ägyptenurlaub Allinclusive: Was macht man da eigentlich so? – 9 Tipps

Vielleicht steht Ihr auch gerade vor der Entscheidung „Allinclusive – ja oder nein?“ und fragt Euch, was man da eigentlich den lieben langen Tag so treibt und ob das Ganze nicht langweilig wird. Das war zumindest meine persönliche Befürchtung (abgesehen von der Flugangst) bis zum Tag unserer Ankunft in Ägypten. Wie wir die Tage verbracht haben und ob wir es wiederholen würden, erfahrt Ihr im heutigen Artikel.

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1. Im Pool planschen, bis die Haut schrumpelig ist

 

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Vor allem für den Nachwuchs toll. Wir hatten im Hotel Jaz Blue Marine sage und schreibe 18 Pools in allen Temperaturen, Tiefen und Größen im Angebot. Mit und ohne Rutschen, Wasserliegen und Unterwasserdüsen. Und derzeit ist es in Ägypten natürlich aufgrund der politischen Lage auch relativ leer, wobei man immer aktuell abwägen sollte, ob tatsächlich eine Risiko besteht.

2. Essen, essen, essen in ägyptischen Allinclusive-Urlaub

 

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Ja, es stimmt, man kann sich dumm und duselig futtern. Damit keiner verhungert, werden auch zwischen Frühstück, Mittag und Abendessen kleine Snacks an der Poolbar angeboten. Unter kleinen Snacks sind hier meist Pommes Frites, Hot Dogs und Pasta zu verstehen.

3. Kinderdisco im ägyptischen Hotel

Sehr empfehlenswert im Urlaub: Nachwuchs später ins Bett bringen und dafür morgens selbst länger schlafen können. Zum Wachhalten besonders geeignet: Die Kinderdisco. Und da hier eher „Gangnam Style“ als „Häschen in der Grube“ auf dem Programm steht, haben die Betreuungspersonen mindestens genauso viel Spaß wie die eigentliche Zielgruppe.

4. Cocktails trinken an der Hotelbar – und auf der Terasse – und am Pool…

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Auf der Wiese liegen oder am Pool sitzen, ein Pina Colada beziehungsweise eine Mangoschorle in der Hand. In die Sonne blinzeln. Und den Kindern beim Zeitschriften zerfleddern zuschauen. Ich nenne diese „Tätigkeit“ aus dem einen Grund so deutlich, weil sich die Cocktailanzahl direkt proportional zur Länge des Aufenthalts verhält (war das jetzt logisch? Ich hoffe, Ihr versteht, was ich sagen will ;-)). Da ist es gut, dass der Urlaub nicht zu lange dauert…Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Cocktails, die man Allinclusive erhält, meist billige Zutaten enthalten. Oftmals ist gegen Aufpreis auch ein „Markencocktail“ erhältlich.

5. Schnorcheln, Surfen, Tauchen, Kitesurfen…

 

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…Jetski, Bananaboat, Segeln, Wakeboarden…
also Wassersport vor Ort in Strandnähe. Bietet sich an. Die einen babysitten, die anderen betätigen sich sportlich. Man muss auch nicht lange suchen, einerseits sind am Strand meist Stände mit entsprechenden Angeboten zu finden. Andererseits kommen die Anbieter auch in die Anlage selbst, um dort für die Aktivitäten zu werben. Hierbei sollte man aber aufpassen, einen vernünftigen Preis auszuhandeln – auch für die Schnorchelausrüstung oder Unterwasserkameras, die man vor Ort erwerben kann. Wir als Europäer sind feste Preise gewöhnt und das wissen alle Ägypter schon sehr genau…

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6. Tagesausflüge nach Luxor, Kairo oder in die Wüste

Tauchtrip in die schöne Unterwasserwelt, Glasbodenboot für Kinder und diejenigen, die es nicht nass mögen. Eine Bustour an den Nil zur Tempel- und Gräberbesichtigung oder in ruhigeren Zeiten auch nach Kairo. Die Ausflüge Richtung Nil und Kairo werden als mindestens eintägige Trips gebucht, da die Strecke doch recht lang ist. Beispielsweise war die Abfahrt nach Luxor morgens um 5 Uhr und die Ankunft an der ersten Station erst um 10 Uhr. Man kann sich dabei zu recht fragen, ob da Aufwand und Nutzen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Vor allem, weil kaum Zeit genug für einzelne Sehenswürdigkeiten gegeben wird.

7. Ausflüge auf eigene Faust

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Eher schwierig, aber wir haben uns zumindest bis nach Alt-Hurghada getraut und dort auf dem Souk gehandelt, die Moschee besichtigt und das Straßentreiben auf uns wirken lassen. Ich habe die Marktatmosphäre sehr genossen und mich stark an die Zeit in Israel zurück erinnert gefühlt. Witziger Moment: Ein Verkäufer erkundigte sich nach unserer Kinderzahl und gab Sven uns unbekannte Nussschalen, die er gerieben als Tee trinken solle. „Gut für Hoppe-Hoppe!“ 😉

8. Wellness im Hotel in Hurghada

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Größere Hotels bieten meist Hamam, Massagen, Haarentfernung mit dem Faden oder lustige Schönheitskuren mit knabbernden Fischen an. Wer also noch nicht total entspannt ist, wird hier total ommmm…Ich würde vorher noch den Besuch des Fitnessstudios empfehlen, dann entspannt es sich umso schöner.

9. Animationsprogramm

Kann man, muss man aber nicht. Ich bin kein Showfan, aber zum Aerobic lasse ich mich gern nötigen. Salsa-Aerobic, Wasserball, Wassergymnastik oder Rückenfit. Da ist für jeden was dabei.

Fazit

Einen Allinclusiveurlaub mit Familie würde ich wieder buchen. Direkt nach der Rückkehr war mein guter Bekannter, der Reisekater, zumindest wieder sehr deutlich spürbar. Die Zimmer werden jeden Tag tiptop gereinigt, das Essen bereiten andere für einen vor. Die Kosten sind gut kalkulierbar. Den Kindern wird nie langweilig. Die Wege sind kurz. Also alles, was Familien brauchen. Allerdings entspricht diese Art Urlaub nicht meinem grundsätzlichen Naturell (ungebunden, selbstbestimmt, kulturnah), so dass Allinclusive wohl nur ein kurzes Gastspiel in unserem Reiseleben geben wird…

Und wie sind Eure Erfahrungen mit Allinclusiveurlaub? Vielleicht seid Ihr ganz anderer Meinung?

20 Kommentare zu “Ägyptenurlaub Allinclusive: Was macht man da eigentlich so? – 9 Tipps

  1. Die großen Touristenziele haben zwar mit der Kultur Ägyptens wenig zu tun, jedoch ist z.B. Soma Bay mit seinen schönen Stränden und komfortablen Hotels ein idealer Ort zum Relaxen und Sonne tanken im Winter. Seit einiger Zeit gibt es in der Nähe von Soma Bay einen Ort mit atemberaubender Unterwasselwelt – Sharm El Naga.

  2. Als ich jünger war, waren meine Familie und ich öfters im Allinclusiveurlaub. Ist recht gut und einfach falls man sich wirklich nur entspannen möchte. Wir sind aber eher unabhängige Reisende. Vor kurzem hatten wir mal ausnahmsweise Halbpension gebucht. Wir waren nicht sehr Happy über das Restaurant und hatten dann etwas Mühe das zu ändern. Für uns ist es einfacher alles selber zu arrangieren.

  3. Ich bin gerade frisch zurück aus El Gouna, Ägypten. Ich liebe diese Stadt direkt am Roten Meer, ca. 25 km nördlich vor Hurghada. Da ich kein Fan von All Inclusive-Urlaub bin, habe ich uns in einem kleinen, aber feinen Hotel in Downtown mit HP untergebracht. So war die Grundversorgung gesichert und wir konnten zum Mittagessen in lokale Restaurants mit landestypischer Küche einkehren. Allerdings gab es auch in unserem Hotel zum Frühstück und zum Abendessen sehr tolle traditionelle Gerichte. Da wir kein All Inclusive buchten und fernab der Luxushotels übernachtet haben, waren wir mitten im Geschehen, haben viel mit Einheimischen gesprochen, die schönsten Strände El Gounas entdeckt, jeden Tag woanders zu Mittag gegessen und das Nachleben der Stadt ausgiebig getestet. Natürlich durfte auch eine abenteuerliche Quadtour durch die Wüste nicht fehlen.

    Mein Fazit: Raus aus der Hotelanlage und fremde Kulturen und kulinarische Highlights entdecken. All Inclusive: Nein, danke.

    1. Liebe Jana, Du sprichst mir aus der Seele. Dem Ich vor der Geburt unserer Tochter. Mitten im trubeligen Geschehen eines Landes, mitten in einer fremden Kultur. Toll! Und ich freue mich auch tierisch drauf, wieder eine derartigen Reise zu unternehmen. Mit einem Kind, das gerade Laufen lernt, no way! Zumindest nicht mit unserem. Einfach zu anstrengend. Als Sie noch 3x täglich geschlafen hat und gerade etwas gekrabbelt ist, sind wir in 6 Wochen inklusive Couchsurfing einmal um die Ostsee gefahren. Easy. Aber jetzt: Uff! Hast Du einen Bericht über Eure Reise nach El Gouna geschrieben? Würde mich sehr interessieren, kannst es gern hier verlinken. Wäre sozusagen das Kontrastprogramm und sicher interessant. Liebe Grüße und Danke für Deinen Kommentar, Christina

  4. Hab ich bisher einmal in der Türkei gemacht und fands irgendwie doof. Jeden Tag essen bis der Bauch platzt, aber spätestens am 3. Tag wiederholt sich alles und ich wäre gerne auf eigene Faust losgezogen um in all den kleinen Restaurants alles zu probieren. Aber dafür war ich zu satt ;). Ich würde es aber nochmal wagen. Mit Kindern sieht die Welt dann doch etwas anders aus und ich bin froh, wenn ich überhaupt mal in Ruhe was essen kann. GlG/ Nadine

    1. Ja, die Bedürfnisse ändern sich, wenn man Eltern wird 🙂 Nur Allinclusivereisen wären gar nicht unser Ding, ich denke, eine gute Mischung macht das Reisen interessant. Mal Ferienhäuschen, mal Wohnmobil, mal Couchsurfing, mal Hotel…Je nach Reiseart ist es für uns Eltern mehr oder weniger entspannend.

    1. Oh, toll! Genieß es, Hubert, Du hast es verdient…wusste gar nicht, dass es Türkei geworden ist! Ist eigentlich auch ein guter Ansatz: Was tut man NICHT im Allinclusive-Urlaub 😀

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