Auf Wiedersehen schludriges Urlaubsoutfit: Der Schlachtplan für mehr Weiblichkeit auf Reisen

Uralt-Bergschuhe. Abgewetzte Jeans. Outdoorjacke in Kartoffelsack-Optik. Fusselige Mütze fast noch aus der Studentenzeit. Und Strandschuhe mit abfallenden Glitzersteinchen. Was sich hier anhört wie der Inhalt eines Altkleidercontainers ist der Inhalt meines Schrankes. Ich offenbare hier eine unschöne persönliche Seite der Reisemeisterei. Ich gebe zu: Im Urlaub mache ich nicht die beste Figur. Und ich fühle mich damit alles andere als wohl. Auch im Alltag sind Kleiderkäufe meist leider die letzte Priorität in unserem Haushalt. Aber auf Reisen ist es ganz besonders schlimm. Obwohl ich schöne Kleidung sehr wohl zu schätzen weiß und gleichwohl einen Blick für passende Mode bei anderen habe. Gut, für Svens Job-Outfit greifen wir gern etwas tiefer in die Tasche. Als IT-Berater mit viel Kundenkontakt kommt man um Businesskleidung in guter Qualität nicht herum. Aber ansonsten ist alles andere in unserem Familienleben wichtiger: Hauskredit. Reiseausgaben. Die Hobbys der 5-Jährigen. Angemessene Rücklagen für Haus, Auto & Co. Sparbeträge für die Zukunft der Kinder. Eine längere Elternzeit für mich. Und die Liste ist noch lange nicht vollständig…

Seit ich denken kann, ist der Inhalt unseres Kleiderschrankes nicht gerade ein Ausbund an Eleganz. Allerdings habe ich beschlossen, dass das sich jetzt ändern muss. Deshalb hier mein persönlicher Schlachtplan für mehr Weiblichkeit (nicht nur) auf Reisen. Gern nehme ich auch Tipps an, die mir auf diesem Weg Hilfe leisten können.

Der Schlachtplan für mehr Weiblichkeit auf Reisen

Schritt 1: Kleiderbudget einrichten

Fast wöchentlich erwische ich mich bei negativen Gedanken zu meiner vorhandenen Kleidung. „Ein neues Shirt wäre wirklich überfällig…“. „Die Wanderschuhe sind ja echt durch. Mit denen bin ich sogar damals schon durch Neuseeland gelaufen Da sollten mal neue ins Haus“. „Mit dem Sonnenhut am Strand? Herrje. Ich müsste endlich einen neuen kaufen“. „Bäh. Mit dieser Fleecejacke los? Dann lieber ohne und frieren.“ Warum aber bleibt es so häufig beim „müsste“ und „sollte“? Für viele verschiedene Kostenbereiche existieren in unserem Haushalt festgelegte Budgets. Lebensmittel. Freizeit. Urlaub. Gesundheit. Auto. So haben wir immer eine gute Richtschnur für finanzielle Ressourcen. Die Ausgaben laufen nicht aus dem Ruder. Aber für Kleidung gab es bisher keinerlei „Topf“, aus dem wir diesen gesamten Bereich bestreiten könnten. Vielleicht noch „Sonstige Ausgaben“. Für nun inzwischen vier Personen mehr als lachhaft, wenn man das Budget betrachtet, was hier zur Verfügung steht. Denn die Kosten für Bekleidung sind (nicht erst) bei dieser Personenzahl ein wirklich relevanter Posten. Deshalb existiert ab sofort ein festgelegtes Kleiderbudget in diesem Haushalt. Mit dessen Höhe müssen wir nun etwas experimentieren. Ich vermute, es wird höher als vermutet werden…

Der Schlachtplan für mehr Weiblichkeit auf Reisen

Schritt 2: Sich selbst wichtig nehmen und wertschätzen

Unsere große Tochter besitzt eine Reihe sehr hübscher Kleider, Röcke, Hosen… Meist wechselt sie leider lediglich zwischen zwei „Rock-Shirt-Kombinationen“ hin und her und treibt uns damit so manches Mal in den Wahnsinn. Aber zumindest verfügt sie rein theoretisch über eine nette Kleiderpalette. Sie nennt eine wunderschöne Outdoorjacke ihr eigen. Besitzt eine wirklich süße mädchenhafte und hochwertige Reisetasche. Zwei niedliche Sonnenhüte. Und weitere hübsche Mädchenbekleidung. Warum aber ist das bei mir so anders? Schmerzhaft muss ich feststellen: Ich nehme mich oft nicht wichtig genug. Mir fehlt die Selbstwertschätzung in diesem Bereich. Das muss nicht so bleiben. Auch ich bin es wert, meinen Körper zu schmücken. Erkenntnis ist der erste Schritt zur Veränderung, richtig? Wenn ich also das nächste Mal vor einem Urlaub für mich selbst etwas kaufen möchte und mein Blick immer nur bei der Kinderkleidung hängen bleibt: Stop. Jetzt bin ich dran! Und vor allem gehört der Gedanke: „Ach, wie oft brauche ich das schon…?“ bitteschön jetzt der Vergangenheit an.

Der Schlachtplan für mehr Weiblichkeit auf Reisen

Schritt 3: Im Gepäck nicht an hübschen Dingen sparen

Ein zweites paar Ohrringe? Kann ich mir doch sparen. Lidstrich, Lidschatten und Concealer? Mascara und Gesichtscreme muss reichen im Urlaub. Die Glitzer-Flip-Flops? Die uralten Turnschuhe sind doch schon im Koffer. Ist eh viel praktischer. Halstuch? Völlig überflüssig. Lieber ein fünftes Kinderbuch für die Tochter. Ein Ball. Viele Malsachen. Diese Gedankengänge meinerseits führen zu einem recht minimierten und leider gänzlich unweiblichen Kofferinhalt. Die Tendenz zu diesem Verhalten war schon vor den Kindern festzustellen. Seitdem unsere beiden Mädchen nun auf der Welt sind, ist es um ein vielfaches schlimmer geworden. Ich habe allerdings gar keine Lust, im nächsten Urlaub wieder abends keine Lust auf ein hübsches Abendessen zu haben. Und das allein aus dem Grund fehlender hübscher Outfits.

Der Schlachtplan für mehr Weiblichkeit auf Reisen

Schritt 4: Onlineshops nutzen

Mütter sparen meist als erstes an Shoppingzeit für sich selbst. Das ist Luxus und Kür im Familienalltag zwischen ausufernder Haushalts-Erziehungs-Arbeits-Pflicht. Wann sollte man auch bummeln gehen? Donnerstagabends zu den späten Öffnungszeiten wäre eventuell die Chance dazu. Da ruft mich ehrlicherweise eher sehr verführerisch die Couch oder das Bett. Vor allem, seit die Nächte durch das 2-Monats-Mädchen wieder signifikant kürzer geworden sind. Und wenn ich bummeln gehe, werden meine Blicke immer magisch von Kinderkleidung angezogen. Kennt Ihr, oder? Mit Kindern zusammen einkaufen? Stress hoch zehn. Nein, Danke. Es scheint, als wären Online-Shops für uns Mütter gemacht. Abends auf dem Sofa hübsche Strandkleider oder Lieblingsmarken shoppen. Und dann als Modenschau vor dem großen Mädchen vorführen. Oder sich eine Auszeit nehmen und im Schlafzimmer mit der vorhandenen Garderobe kombinieren. Das ist doch toll. Und vor allem wirklich praktikabel. Und so kann ich auch viel besser sicherstellen, dass das gekaufte Teilchen zu mehr als einem Kleidungsstück in meinem Besitz passt.

Ehrlich gesagt motiviert mich mein Schlachtplan jetzt. Sowohl im Urlaub als auch Zuhause werde ich etwas mehr Schick und Weiblichkeit in meine Garderobe und in mein Leben zu bringen. Ich berichte dann hoffentlich bald von meinen Erfolgen. Ihr dürft mir auch gern auf die Füße treten und nachfragen.

Wie haltet Ihr es? Auch minimierte Anforderungen auf Reisen? Oder habt Ihr noch ein Kosmetikköfferchen an Bord und einen extra Schuhkoffer?

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Peek & Cloppenburg

 

4 Kommentare zu “Auf Wiedersehen schludriges Urlaubsoutfit: Der Schlachtplan für mehr Weiblichkeit auf Reisen

  1. Huhu! Ich hab auf Reisen auch oft die falschen Teile dabei. Weil ich zu unüberlegt packe. Und weil wir eh immer viel draußen unterwegs sind auf unseren Reisen und wir mit den Kindern wandern, klettern, rutschen, spielen, radfahren und sowas, lasse ich von vornerein die besseren Sachen zu Hause. Hab ja schon im Alltag das Problem, dass ich von der Arbeit komme und mit den guten Hosen fürs Büro erst mal auf Knien im Kindergarten Schuhe zubinde, Mützen suche oder auf dem Spielplatz sitze 🙂
    LG von Anni

  2. Ich habe auch eine recht beschränkte Reisegarderobe, welche seit Jahren aus den gleichen Lieblingsstücken besteht. Sie hat sich rauskristallisiert, nachdem ich irgendwann -trotz vollem Koffer- immer nur die selben Outfits trug. Das ist auch in Ordnung, so lange unter den Schlabberoutfits immer auch 1 – 2 ausgehfähige Kleidungsstücke dabei sind. Kleiner Tipp: wenn alles einigermaßen farblich zueinander passt hat man viel mehr Variationsmöglichkeiten. LG, Nina

    1. Hallo Nina. Untereinander kombinieren ist auf Reisen wirklich immens hilfreich. So hat man auch gefühlt viele verschiedene Outfits dabei. Wenigstens hast Du Lieblingsstücke im Reisekoffer. Das kann ich von mir gerade nicht behaupten :-O LG, Christina

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