Estland: 6 Ziele für Deine Rundreise

Du planst eine Rundreise durch Estland? Prima Idee! Du hast ein wunderschönes Land vor Dir. Unberührte Natur. spannende deutsch-russischer Besetzungsgeschichte. Herzliche Menschen. Interessantes Essen. Ich habe viel Zeit für die Planung unserer Reise investiert. Davon sollst Du jetzt profitieren. Lehn Dich zurück, lies unsere Vorschläge und plan davon ausgehend Deine ganz individuelle Reise.

Auch ansonsten Interesse an Artikeln zu Estland und dem Baltikum?

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Estlands Insel Hiiumaa: Was Ihr dort erleben könnt – Teil 1!
Estlands Insel Hiiumaa: Was Ihr dort erleben könnt – Teil 2!

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1. Tallin: Russische Kultur, Mittelalterbauten und Shopping

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Oh wie ich die russische Besetzungsgeschichte spannend finde. Klar, Mittelaltergedöns, Shoppingmalls, Strand. Alles Tiptop! Aber so eine Friedhof mit ausrangierten russischen Monumentalstatuen. Da kommt für mich nix drüber in Tallin. Ansonsten bestechend: Okkupationsmuseum, die Restaurants NOP und Paat, Strand mit Ausblick auf die Stadtszenerie. Ganz wichtig: Sehr früh in die Altstadt. Dann kann man die mystische Atmosphäre unbehelligt von Menschenmassen auf sich wirken lassen. Hach! Ich muss zurück! 2-4 Tage im Rahmen eines Roadtrips sollten es schon sein in Estlands Hauptstadt. Mehr Bilder dazu findet Ihr im Artikel „Bilderreise durch Tallinn“.

2. Nordostküste: Küstenroadtrip, Wellenbad und mehr Russland

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Nach Pflastertreten und Großstadtatmosphäre lässt sich die Nordostküste Estlands voller Genuss erleben. Tipp: Strand bei Saka neben dem Saka Manor. Vorsicht: Man muss so einige Stufen hinab zum Strand überwinden. Also: Einen eventuell vorhandenen Kinderwagen tragen…Und nicht verpassen: Rakvere Aqua Spa. Ein unglaubliches Schwimmbad plus Hotel mit richtig Action in Form von Rutsche und riesen Wellen. 1-2 Tage Aufenthalt genügen meiner Meinung nach.

3. Ostgrenze Estlands: Badesee, russische Altgläubigendörfer und Heidelbeerwanderung

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Im Beitrag zur estnischen Küche habe ich ja bereits die paradiesischen Gerichte der russischen Altgläubigen über den grünen Klee gelobt. Am Peipussee gelegen sind die kleinen Dörfer um Kolkja unbedingt sehenswert. Und vor allem das dortige Fisch- und Zwiebelrestaurant. Wir sind dort zudem durch die estnischen Wälder zwischen dem Peipussee und Tartu gestriffen und haben uns dem baltischen Heidelbeersammelrausch hingegeben. Das Reisemäuschen liebt die blauen Beeren! 2-3 Tage haben wir für diesen Teil Estlands eingeplant gehabt.

4. Tartu: Dombergromantik, Kreativworkshops und Wodka

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Tartu, das selbsternannte geistige Zentrum Estlands und zweitgrößte Stadt Estlands mit über 100.000 Einwohnern lohnt definitiv. Allerdings hat mir Tallinn viel besser gefallen. Besonders sehenswert fand ich den Antoniushof mit seinen Künstlern, den Domberg (toller Spielplatz!) und den Honig-Pfeffer-Wodka mit Mixed Pickles. 1-2 Tage haben mir genügt, um einen Eindruck der Stadt zu gewinnen.

5. Zentralestland: Tierpark, Moorwandern und Obstweinverkostung

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In dieses Moor habe ich mich einfach nur verliebt. Ganz klein und unscheinbar und gar nicht groß propagiert wie der Sooma Nationalpark lohnt sich das Endla Nature Reserve zum Wandern. Inklusive des kleinen sehr feinen Naturschutzzentrums ist ein ganzer Tag genau richtig. Durch den Bohlenweg ist es ganz einfach begehbar, allerdings nicht Kinderwagentauglich, da doch an manchen Stellen recht schmal und klapprig. Ungefähr 45 Minuten entfernt lohnt die Obstweinhauptstadt Pöltsamaa einen Ausflug. Im einzigen Königsschloss Estlands kann man die unterschiedlichen Obstweine der Region verkosten. Tipp: Saftverkostung für Kinder und Autofahrer. Im Sooma Nationalpark kann man darüber hinaus ein ganz besonderes Ereignis erleben: Die 5. Jahreszeit. Nach Schneeschmelze und starkem Regen ist die Gegend so stark überflutet, dass das Fortkommen eher mit dem Kanu als zu Fuß zu empfehlen ist. http://www.soomaa.com/

6. Die Insel Hiiumaa: Bunkererkundung, Küstenwanderung, Strand und Leuchtturmaussicht

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Und zack! Schon wieder verliebt. Diesmal in die Insel Hiiumaa, die ich eindeutig der größeren Schwesterninsel Saaremaa vorziehen würde. Und ganz besonders ans Herz legen kann ich Euch den Nordzipfel der Insel: Tahkuna. Siehe auch mein Artikel „Estlands Insel Hiiumaa: Was Ihr dort erleben könnt!“ Seufz! So wunderbar. Tolle Strände, eine Wahnsinnsaussicht vom Leuchtturm, ein berührendes Denkmal für die beim Estoniaunglück gestorbenen Kinder, geheimnisvolle Bunker aus dem ersten Weltkrieg zum Erkunden und viel mehr. Zwei Campingplätze gibt es dort. Ich würde dort übernachten und nicht im Westen der Insel.

In 17 Tagen Estlands haben wir das Land und die Menschen dort wirklich lieben gelernt. Die Abwechslung zwischen Hotelübernachtungen, Campingplätzen und Couchsurfing haben uns das Land unvergesslich gemacht.

Habt Ihr das östlichste der baltischen Länder schon bereist? Was waren Eure Highlights? Bin neugierig…

Und wenn ich Euch mit diesen Ziele östlichste baltische Land noch nicht schmackhaft genug gemacht habe, schaffe ich das ganz sicher mit meinem Artikel „Estland: 10 gute Gründe für einen Besuch“!

17 Kommentare zu “Estland: 6 Ziele für Deine Rundreise

  1. Liebe Christina, ich bin gerade beim planen was wir in Estland ansehen möchten, zufällig auf deinen Blog gestossen. Wunderbare Ideen. Eine Moorwanderung ist jetzt ein muss 🙂
    Ich bin selbst in Estland geboren und bis zum 10ten Lebensjahr dort aufgewachsen. Auf unserer Reiseliste stehen daher für die meisten Leute eher langweilige Ziele, die nur für mich eine Bedeutung haben, aber besonders schön finde ich, dass ihr die Reisen mit eurer Tochter unternehmt. Unser Sohn wird bei der ersten „richtigen“ Reise ca. 5 Monate alt sein und ich ernte eher ungläubige Blicke wenn ich sage, dass wir gerade einen T4 Camper suchen um ein paar Wochen durch Europa zu fahren.

    1. Liebe Olga, mich freut besonders, dass eine waschechte Estin hier einen Kommentar zu einem meiner Lieblingsländer hinterlässt. Und zugegebenermaßen bin ich auch neugierig, welche „langweiligen“ Ziele Ihr denn ansteuern wollt. Willst Du das mir und den anderen Lesern verraten? Ich wünsche Euch allzeit gute Fahrt und eine tolle Reise mit Eurem kleinen Mann. Herzliche Grüße, Christina

  2. Morrwanderung hört sich sehr spannend an – kommt man da nur mit einem (Miet-)Wagen hin? Ich habe einen 5-stündigen Zwischenstopp in Tallinn – was kann ich mir in dieser Zeit überhaupt ansehen? Und was sollte ich auf keinen Fall verpassen? Und wie lange dauert die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt? Vielen Dank im Voraus, Boris

    1. Lieber Boris,ganz ehrlich? Ich würde bei 5 Stunden Aufenthalt nicht zwei Stunden ins Landesinnere fahren, um dort eine Moorwanderung zu unternehmen. Genieß lieber das tolle Tallinn. Schau Dir die russische Architektur an, besichtige den Domberg, wandere durch den Kadriorg-Park und lass die Menschen und die Umgebung auf Dich wirken. Davon hast Du mehr. Und wenn Dir dieses kleine Häppchen Estland Lust auf mehr macht, dann komm wieder. Schau mal hier: http://www.reisemeisterei.de/bilderreise-durch-tallinn-mittelalter-wodka-und-cafe-del-mar-feeling-in-der-hauptstadt-estlands/ Liebe etwas neidische Grüße, Christina 🙂 PS: Wir sind mit der Fähre angekommen, leider kann ich Dir zwecks Flughafen nicht weiterhelfen…

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  5. Vielen lieben Dank für den Bericht. Für mich, die ich den Westen Estlands erkundet habe, ist Eure Go-East-Variante besonders interessant! Zusammen bilden unsere Reiserouten fast einen Kreis, in diesem kleinen großartigen Land:-)
    Im Okkupationsmuseum war ich auch, musste sein. Da ich aber unser ehemaliges Zweitdeutschland vor UND nach der Wende recht ausführlich in Augenschein nahm, war´s für mich nicht mehr ganz so „exotisch“. Wenn´s Dich gepackt hat: In Apolda gibt es ein Museum „olle DDR“ mit zahlreichen Exponaten vom vergangenen Damals.
    *** Last not least: Habt Ihr eigentlich in Tallin in meinem heißgeliebten Marthas Guesthouse übernachtet?
    Liebe Grüße Bärbel

    1. Liebe Bärbel, danke für den Extrahinweis zum „vergangenen Damals“. Zu Deiner Frage: Wir haben uns in Tallinn für die Couchsurfing-Variante entschieden. Unter anderem auch, um die Menschen vor Ort und deren Kultur noch besser zu verstehen. Ein bißchen bereue ich, dass wir nicht im Guesthouse waren, da ich mich im Vorfeld viel damit beschäftigt habe. Wo wir allerdings noch spontan übernachten mussten, weil wir Verständigungsprobleme hatten: http://www.birgittaguesthouse.ee/?lang=en
      Sehr spannend und vor allem: Unglaublich herzliche Gastgeberinnen, die unsere Tochter gleich ins Herz geschlossen haben. Kann ich nur empfehlen. Und dabei nicht einmal teuer. Und jetzt wünsche ich Dir, dass Du bald Estland wieder erleben kannst. Ein wunderbares Reiseziel, egal, ob Osten oder Westen!

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