Fährgeschichten – mit und ohne Kind

*Werbung* Ich stöbere durch alte Reisebilder. Stolpere über die Weltreise mit meiner Schwester und Freundinnen in meinen Zwanzigern. Denke zurück an den ein oder anderen „Sundowner“ – damals gern „Smirnoff Ice“ an Deck von kleinen Segelschiffen. Spontane Fährüberfahrten über das Mittelmeer. Klicke mich weiter. Lande bei unserer Tour rund um die Ostsee als junge Familie mit einjähriger Tochter. Immer noch recht spontan mit Couchsurfing unterwegs. Aber doch immer mit dem Bedürfnis nach Sicherheit. Gerade die Schiffsfahrten über diverse Meere zeigen recht symbolisch, wie sich das Reisen im Laufe der Zeit geändert hat.

Fährgeschichten – mit und ohne Kind

Fähre ohne Kind: Open Air im Schlafsack nach Griechenland

FährgeschichtenMeine ersten Schiffsfahrten meiner Erinnerung führten mit mit der Familie meiner frühen Kindheit häufig über die Nordsee. Juist. Borkum. Spiekeroog. Langeoog. Hallig Hooge. Aufregend. Je älter ich wurde, umso weiter zog es mich – oftmals mit der besten Schwester der Welt – fort. Ich erinnere mich an eine Partynacht auf der Englandfähre im Rahmen meines Schulaustauschs. Wildes Getanze zu Haddaway. Ganz typisch sind für mich drei Fährüberfahrten im Sinn. Mit unseren Interrail-Tickets in der Tasche gingen wir spontan an Bord der Fähre in Süditalien. Den Blick unterwegs auf Albanien richtend. Ich kann mich an keine Kabine erinnern. Auf der Weiterfahrt von Korfu nach Patras legten wir uns kurzerhand mit dem Schlafsack unter anderen unbekannt Reisenden an die frische Luft an Deck. Wer denkt schon an Regen über Nacht. Auch von Athen Richtung Türkei hatten wir vor dem Besteigen der Fähre keinen blassen Schimmer, wo und ob wir überhaupt unseren Kopf zum Schlafen niederlegen würden. Und kugelten dann bei recht starkem Seegang lachend in unseren Schlafsäcken über den Teppich auf irgendeinem Gang. Damals war das Reisen an sich schon fast das Highlight unabhängig von den Zielen.

Fährgeschichten – mit und ohne Kind

Fähre mit Kind: Die Familienkabine auf dem Weg nach Estland

FährgeschichtenGanz anders unsere Fährüberfahrt mit unserer damals 1-jährigen Babytochter von Stockholm ins estnische Tallinn. Bereits vor dem Start unserer Reise war klar, in welcher Familienkabine wir die Ostsee überqueren würden. Eine Möglichkeit, als Familie sich Tickets zu sichern, ist die Reservierung einer Fähre online mit Ok-Ferry. Auch ein Frühstück buchten wir dazu. Wir besuchten das Bällebad anstelle der Bar. Und verließen die Kabine während der Schlafzeit unseres Mädchens nur für einen kurzen Moment am Abend. Wenige Minuten an Deck genossen wir einen Paarmoment und genossen still den Sonnenuntergang hinter schwedischen rauhen Küstenstreifen. Und dennoch: Es war nicht minder schön. Einfach anders. Jede Zeit hat ihre wunderbaren Momente. Als das kleine Mädchen begeistert aus dem Kabinenfenster dem Meer zuwinkte. Als uns bewusst wurde: Wir können das ja. Das Reisen als Familie. Als wir gemeinsam wunderschöne neue Orte, Ausblicke, Begegnungen teilen durften. Ich bin glücklich damit, wie es jetzt ist. Und weiß, ausführliche Paarreisen und Schwesterreisen werden wiederkommen. Ich genieße, was die Lebensphase zum derzeitigen Moment uns bietet.

Kommentieren