Nachhaltig Reisen als Familie – TIPP 3: Nachhaltige Übernachtung

*Werbung* Nachhaltig Reisen als Familie hat viele verschiedene Facetten. In meiner kleinen „TIPP-Serie“ beleuchte ich die unterschiedlichen Aspekte. Nach „Heimat als Urlaubsziel“ und „Nachhaltige Urlaubsaktivitäten“ folgt heute der 3. TIPP zum Thema „Nachhaltig Reisen als Familie“. Nachhaltige Übernachtung. Was bedeutet das eigentlich? Im Artikel „TIPP: Wegweiser durch den Labeldschungel im Tourismus“ habe ich bereits eine kleine Broschüre zum Thema vorstellt. Ich habe mich erneut dran gesetzt und nun alle Aspekte zusammengefasst, die in den mir bekannten Nachhaltigkeitslabels beachtet werden. Ja, das ist unterschiedlich. Denn nicht jedes Label beachtet alle Aspekte der Nachhaltigkeit. Vor allem die fairen Bedingungen in der Beschäftigung beispielsweise taucht nicht in jedem Kriterienkatalog auf.

Mehr aus der Reihe:

TIPP 1: Nachhaltig Reisen als Familie – Heimat als Urlaubsziel
TIPP 2: Nachhaltig Reisen als Familie – Nachhaltige Urlaubsaktivitäten

Nachhaltige Übernachtung

Nachhaltigkeitszertifikate

Im Folgenden habe ich unter anderem folgende Nachhaltigkeitslabels einbezogen: Green Globe, Viabono, TourCert, Biosphere Responsible Tourism, Blaue Schwalbe und viele mehr.

Nachhaltige Übernachtung

Faire Bedingungen in der Beschäftigung

Was bedeutet eigentlich faire Arbeitsbedingungen? Dies ist vor allem bei Fernreisen ein wichtiger Aspekt. Faire Entlohnung, die den Beschäftigten ein gutes Auskommen ermöglicht, ist zentral. Auch familienfreundliche Arbeitsmodelle oder grundsätzlich Arbeitszeiten. Dabei möchte ich TourCert hervorheben. Symbolisch dafür steht die Zusammenarbeit mit „Brot für die Welt“ dieser Organisation.

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Mobilität

Wir selbst haben hier bereits unterschiedlichste Aspekte im Rahmen von Reisen erleben dürfen. Die Bereitstellung von Elektroautos, Fahrrädern oder E-Bikes vor Ort. Die kostenlose Abholung von mit der Bahn angereisten Gästen. Die aktive Beratung von Seiten des Anbieters in Bezug auf Aktivitäten in nächster Umgebung. Und auch, dass die Unterkunft selbst bewusst mit Mobilität in den Abläufen umgeht. Hervorzuheben ist hier unter anderem Earthcheck. Ich erinnere mich gern an viele schöne Fahrrad- und E-Bike-Touren mit unserer Tochter an Urlaubsorten. Gerade diese langsame Fortbewegung hat uns zu tollen Erlebnissen und tiefen Einblicken in die Umgebung verholfen. Wer selbst mit einem Elektroauto an den Urlaubsort anreist, kann hier schon über einige Hürden stolpern. Nicht jede Unterkunft hat eine entsprechende Tankstelle in der Nähe vorzuweisen. Wunderbar ist es da, wenn beispielsweise der Strandpark Vlugtenburg aan Zee in den Niederlanden sogar über eine eigene Stromtankstelle auf dem Gelände verfügt. Übrigens der einzige Ferienpark in den gesamten Niederlanden.

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Bio-Küche – möglichst regional

Ihr kennt sicherlich den geflügelten Satz „regional ist erste Wahl“. Das bedeutet auch: Bio ist ganz wunderbar. Aber ob ein aus Neuseeland eingeflogener Apfel dem regionalen konventionellen Apfel vorgezogen werden sollte, das ist die Frage. Bio-Küche zeichnet wohl die meisten zertifizierten Unterkünfte aus. Wir haben oftmals erleben dürfen, dass am Tisch eine kleine Broschüre ausliegt, die hierüber informiert. Dass der Käse nicht nur nachhaltig produziert wurde, sondern auch vom Bauer xy um die Ecke stammt. Verbunden mit dem entsprechenden Bauernhof als Ausflugstipp wird hier die nachhaltige Ausrichtung komplett. Es ist nicht immer einfach, eine Bio-Küche zu finden, die auf Kinder eingeht. Das haben wir auch erleben müssen. Aber es ist zumindest einen Versuch wert.

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Grüne Energieversorgung und Abfallkreislauf

Solaranlagen auf dem Dach. Ein eigenes kleines Kraftwerk. Ebenso viel Energieeinspeisung wie -verbrauch. Abfalltrennung. Hier punkten die nachhaltig orientierten und zertifizierten Übernachtungsmöglichkeiten eindeutig. Und es ist ein genialer Anlass, um Kindern vor Ort mehr zum Thema beizubringen. Rund um das Thema „Energie und Müll“ sieht es bei den meisten konventionellen Übernachtungsmöglichkeiten düster aus. Was in der Natur der Sache liegt. Unmengen an Wasser und Strom werden von Gästen, in Wellnessbereichen, in der Küche verbraucht. Speiseabfälle fallen schnell und in großer Menge an. Wer hier nicht penibel auf Nachhaltigkeit achtet, hat verloren.

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Nachhaltige Architektur

Nachhaltige Architektur fängt bei der Bausubstanz selbst an. Der Verwendung von schadstoffarmen Substanzen. Und geht weiter bei der harmonischen Einbindung der Übernachtungsmöglichkeit in das Landschaftsbild und die Ortsstruktur. Beispielsweise kleine integrierte Hotels statt Bunkeranlagen ganz platt ausgedrückt. Umbau bereits bestehender Bauten statt Neuanlagen. Wir zumindest haben uns bisher in kleinen persönlichen und individuell umgebauten Hotels und Pensionen bisher immer am wohlsten gefühlt.

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Umweltbildung

Wie zeigt sich die Flora und Fauna am Urlaubsort? Wer lebt eigentlich rund um die Unterkunft? Welche Traditionen bestehen? Auf was sollte ich achten und Rücksicht nehmen bei meinen Urlaubsaktivitäten. Viele Unterkünfte nehmen diese Aspekte spielerisch ins Gästeprogramm auf. Kleine Nachtwanderungen. Geführte Ausflüge zu gefährdeten Pflanzen. Kochkurse mit regionalen Produkten. Tierfährten lesen. Die Ausprägung ist den kreativen Ideen der Veranstalter überlassen. Und so wird die Umweltbildung teilweise zum zentralen Aspekt des Urlaubs. Spontan fallt mir eine Einheit „Familienyoga“ aus dem letzten Urlaub ein. Dabei stellten wir als Familie Tiere und Landschaft aus nächster Umgebung dar. Sich hier sogar körperlich einzufühlen. Näher kann man der direkten Umgebung kaum kommen.

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Naturnahe Freizeitangebote

Hier verweise ich gern auf meinen bereits bestehenden Artikel „Nachhaltige Urlaubsaktivitäten“. Wandern statt Offroad-Tour. Fahrradausflug statt Auto-Rundtrip. Naturpädagogische Angebote statt Freizeitpark. Wenn eine Urlaubsunterkunft entsprechende Angebot vorhält, sorgt sie nicht nur für einen weiteren Aspekt der Nachhaltigkeit auch beim Gästeverhalten. Sie fördert auch unvergessliche Erlebnisse. Der Park Molenheide in Belgien beispielsweise ist ganz niederschwellig direkt an das Wander- und Radwegenetz der Umgebung angeschlossen. So ist die Einstiegshürde in naturnahe Unternehmungen vor Ort schnell genommen. Ich persönlich sehne mich schon danach, endlich die Idee des Eseltrekkings mit unserer Tochter umsetzen zu können.

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