Ribeauvillé mit Familie: Pfeifferfest, Burgen und Flammkuchen im Elsass

Nachdem wir im letzten Jahr ein Mutter-Tochter-Wochenende im Elsass in vollen Zügen genossen, war klar: Dieses Jahr ist Ribeauvillé mit Familie dran. Die kleinen kunterbunten Fachwerkhäuser in Bergheim, Riquewihr, Beblenheim und Ribeauvillé. Die sanften Rebenhänge, in die dunkle Wälder der Vogesenausläufer übergehend. Weinstuben an allen Straßenecken. Flammkuchen und Fois Gras bis zum Abwinken. Und eine ungeheuer entspannte romantische Atmosphäre. So habe ich das Elsass beim Abschied im letzten Jahr gefühlt. Und so empfing die Region an der französisch-deutschen Grenze uns auch dieses Jahr.

Wie auch im letzten Jahr – als unser Mädchen das Wort „Fachwerkhaus“ lernte – konnte wir uns kaum satt sehen an den süßen Häuschen. rot. blau. türkis. Und dazu der opulente Blumenschmuck. Fensterläden mit kleinen Herzchen im Holz. Nach wie vor würde ich gern selbst in einem dieser Bauten mit Seele wohnen. Angebote nehme ich ab sofort entgegen…

Ribeauvillé mit Familie

Ribeauvillé mit Familie

Ribeauvillé mit Familie

Ribeauvillé mit Familie

Ribeauvillé mit Familie

Was gehört – zumindest für Erwachsene – zu einem Besuch in Frankreich wie der Deckel auf den Topf? Nach sicher: Ein gutes Glas Wein. Und das dann am liebsten direkt in einem Fachwerkhaus. Jackpot! In Riquewihr schlenderten wir durch die Altstadtgassen über Kopfsteinpflaster. Bewunderten vor allem ein ganz besonders farbenprächtiges blaues Fachwerkhaus. Und kehrten dann in der Weinstube „D’Brendelstub“ in einem Fachwerkbau aus dem 14. Jahrhundert ein. Flammkuchen mit zweierlei Käse, Wein und zum Nachtisch Gewürztraminereis (für mich *Hicks*). So gut! Allerdings werde ich mit dem elsässischen „Jambón“, dickem Schinken, nicht warm. Als ehemaliger Vegetarierin ist mir das doch zu „fleischig“ irgendwie.

Ribeauvillé mit Familie

Trotz Modernisierung ist eindeutig der alte Charme erhalten geblieben. Unter anderem sichtbar an der Fachwerkdecke.

In der Stuttgarter Gegend leben wir in einem Haus, dass von eher kühlem Neubaucharakter geprägt ist. Das ist gut so. Wir sind keine Handwerker und legen keinen Wert darauf, wochenlang auf Baustellen zu leben, Wände einzureißen oder Leitungen zu verlegen. Und das nötige Kleingeld für Handwerker, die diese Arbeit für uns durchführen, haben wir auch nicht. Geschweige denn, die Nerven. Auch wenn ich im Geheimen von einem krummen alten Häuschen mit Kräutergarten, einer Holzveranda und tatsächlich auch Fachwerk träume. Da dieser Traum wohl Traum bleiben wird, erfülle ich mir diesen Wunsch gern auf Reisen. Unsere elsässische Ferienwohnung: Ein Maisonette-Fachwerk-Träumchen.

Ribeauvillé mit Familie

Ribeauvillé mit Familie

Und immer wieder: „Meine“ Fachwerkdecke mit Details aus alten Zeiten.

Ribeauvillé mit Familie

Unser Küchenfenster <3

Ribeauvillé mit Familie

Nach einem ehrlichen französischen Frühstück – was braucht es mehr als ein gutes Croissant, Café au lait, zerlaufender Weißschimmelkäse und gute Gesellschaft – in unserer Unterkunft „Gambrinus“ erkundeten wir den nahegelegenen Schmetterlingsgarten „Jardin des Papillons“.

Ribeauvillé mit Familie

Der privat geführte Garten, der sich für den Schutz tropischer Wälder, dem Lebensraum vieler Schmetterlingsarten, einsetzt, zeigt insgesamt um die 200 Schmetterlingsarten. Zuerst dauert es ein wenig, bis man sich an die frei fliegenden Tiere gewöhnt hat. Aber dann freut man sich über jedes zerbrechliche Tierchen, das sich nähert.

Ribeuavillé mit Familie

Wenn man ein wenig Glück hat, lassen sich die Schmetterlinge auch anlocken von süß duftenden Blumen. Nur wichtig: Keine Tiere berühren, da die hauchdünnen Flügel schnell verletzt werden können. Und: Nur Blüten verwenden, die ohnehin auf dem Boden gelegen haben.

Ribeauvillé mit Familie

Wer im Elsass urlaubt, möchte meist auch die Natur genießen. Den Burgen der Umgebung einen Besuch abstatten. Die sanften Weinberge von oben betrachten und durch sie hindurch flanieren. Besonders gut eignet sich für die Kombination aller dieser Wünsche die Gegend oberhalb von Ribeauvillé. Die drei Burgen Saint-Ulrich, Girsberg und Haut-Ribeauspierre, alle zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert erbaut ,trohnen über der Stadt und zumindest Saint-Ulrich ist auch immer wieder aus der Altstadtmitte zu erspähen. Ein Wanderweg, der alle drei Burgen streift, ist mit einer Länge von 8,6 km und teilweise recht heftigen Steigungen und an manchen Stellen felsigem Untergrund eher für Familien mit älteren Kindern geeignet. Vor allem bei sehr warmem Wetter. Unser gerade 4-jähriges Mädchen nahm sich zumindest vor, die erste Burg – Saint-Ulrich – zu erreichen. Das mächtige Bauwerk im Blick stapfte sie energischen Schrittes voran. Nur unterbrochen von vielen kleinen Brombeerpausen. Der Wegesrand ist gesäumt von so vielen Büschen, dass Proviant fast überflüssig wird.

Ribeauvillé mit Familie

Brombeerpause. Eine von vielen.

Ribeauvillé mit Familie

Saint-Ulrich als Ziel immer vor Augen! Und noch viel mehr Brombeeren!

Ribeauvillé mit Familie

Hmmmm…

Dennoch kehrten wir nach der Hälfte des Weges um. Ein uns entgegenkommender Franzose motivierte uns zwar mit den Worten „Da oben sind ein paar Engländer. Die sehen erschöpfter aus als ihr ;-)!“ und unser Mädchen bettelte, noch etwas weiter emporsteigen zu dürfen (bin ich stolz, dass sie so wanderlustig ist!). Aber der schwindende Wasservorrat, die Hitze und auch das Wissen, alles wieder bergab wandern zu müssen, bestärkte uns. Wir erreichen Saint-Ulrich – bei einem weiteren Besuch. Auf dem Rückweg bemerkten wir dann auch, dass die Entscheidung richtig war. Das Töchterchen stolperte häufiger, wurde schweigsamer und dann mauliger.

Ribeauvillé mit Familie

Über Stock und Stein. Spannend, so eine Wanderung „für Große“!

Umso nötiger war dann eine richtig große Stärkung mit einem „Lieblingsessen“, dass noch besser ankommt als Pommes Frites: Tarte Flambeé. Flammkuchen. Erneut im „Cour de Bailli“ in Bergheim. Unserem Urlaubszuhause des letzten Jahres. Schließlich mussten wir Sven doch zeigen, wo es den allerbesten Flammkuchen und das schmackhafteste Fois Gras zum Genießen gibt.

Ribeauvillé mit Familie

Der bereits bekannte und schon vermisste Innenhof des Cour de Bailli in Bergheim.

Ribeauvillé mit Familie

Ja, hau rein, kleines Mädchen. Du hast Dir den Flammkuchen nach der Wanderung wirklich verdient!

Mit Musik und Tanz nahmen wir am letzten Tag Abschied aus der Region. Das jährlich am ersten Sonntag im September stattfindende „Pfifferdaj“, das „Fest der Straßenmusikanten“, begeisterte unser tanzwütiges Mädchen. Von einem Bein aufs andere hopsend, die Arme im Rhythmus schwingend, verfolgte sie den Musikantenzug. Die Ursprünge des Festes gehen sogar bis ins 14. Jahrhundert zurück und an diesem Wochenende entsteht tatsächlich der Eindruck, ins Mittelalter versetzt zu sein. Wunderbar. Noch einen „Kougelhopf“ – typisch elsässisches Gebäck – zum Geburtstag der Patentante und einen Rotwein aus besonders sonnenverwöhnter Rebenlage für meine Schwester ebenfalls zum Geburtstag im Gepäck verstauen. Und auf in die 2 Stunden entfernte schwäbische Heimat.

Ribeauvillé mit Familie

Ribeauvillè mit Familie

Ribeauvillè mit Familie

Wir lieben das Elsass und seine Kultur und es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass wir der Ebene zwischen Vogesen und Schwarzwald einen Besuch abgestattet haben. Außerdem haben wir da ja noch eine Rechnung mit Saint-Ulrich offen. Die Burg muss doch zu bezwingen sein. 😉

 Ribeauvillè mit Familie

Wir danken der Region Elsass für die Einladung.

3 Kommentare zu “Ribeauvillé mit Familie: Pfeifferfest, Burgen und Flammkuchen im Elsass

  1. Wow, ist es dort wunderschön. 🙂 Ich liebe Flammkuchen, war aber noch nie im Elsass – das sollte ich vielleicht unbedingt mal ändern, oder? Ich finde es toll, dass ihr so aktiv mit Kind reist, das freut mich immer zu lesen.

    Liebe Grüße aus Seis am Schlern

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