Rock im Park: Festival mit Kind

Rock im Park 2014! Seit einem Tag bereits voller Musikglück bei 34 Grad unter strahlender bayrischer Sonne…Metallica haben eine unglaubliche Show geboten. „Enter Sandmann“ und „Nothing else matters“. Ich kann mich daran einfach nicht satt hören. Aber jetzt streift mein Blick suchend über die überwiegend jugendlichen Menschenmassen. Etwas fehlt…Kinder. Warum eigentlich? Plötzlich. Das darf nicht wahr sein. Ja! Ein Papa. Lange braune Haare. Vollbart mit grauen Strähnen. Kariertes Hemd. Ein lachender Junge – vielleicht Grundschulalter? – mit großem roten Gehörschutz auf dem blonden Lockenschopf. Ich springe blitzschnell auf und renne den beiden hinterher. „Ihr seid die ersten, die ich mit Kind hier sehe! Total super! Darf ich Euch kurz ein paar Fragen stellen? Oder wohin seid Ihr unterwegs?“ Werner, 49, ist mit seinem Sohn – „Knopf“ – grad auf dem Weg in die Fressmeile. Der Junge hat Hunger. Die beiden nehmen mich gern ein Stückchen mit und Werner freut sich, mir von seiner Festivalerfahrung als Vater zu erzählen. 

Wie ist das so mit Kind auf einem Festival?

„Leon wird hier von den anderen Rockern umsorgt als wäre er das Festivalkind“, lacht er, als mich als erstes interessiert, wie andere Festivalbesucher auf das auffällige Gespann reagieren. „Die älteren spielen mit ihm Ball, alle sind freundlich und keiner quatscht doof.“ Werner betont in unserem Gespräch immer wieder, dass er sich seiner Verantwortung bewusst ist. Immer wieder dreht er sich nach seinem Sohn um und hat ihn im Blick. „Knopf, hast Du Durst? Es ist heiß!“ Im war von vorne herein klar, dass ein Festival als Vater-Sohn-Trip anders abläuft. Man muss auch zurückstecken. Zum Beispiel, wenn man eine Band gern gesehen hätte, aber Knopf sich grade nicht so wohl fühlt. „Dann gehen wir gleich! Und klare Absprachen sind auch wichtig. Wir schlafen zum Beispiel im Auto und bei einer Tante hier in der Nähe. Hier auf dem Gelände wäre das viel zu laut!“ Im Auto hören die beiden als musikalische Vorbereitung seit 4 Tagen Metallica. Und auch wenn sie das Konzert nicht ganz bis zum Ende gesehen haben. „Kinder geh’n ganz anders mit dem Leben und ihren Erlebnissen um. Für Knopf war zum Beispiel gleich klar, woher der Bandname „Metallica“ kommt. Metall ist schließlich auch hart und Metallica machen ja harte Musik.“

Alkohol in Maßen, besser ist das als Familie!

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Wie ändert sich das eigene Festivalverhalten mit Familienanhang?

Schade: Auf dem Festivalgelände von „Rock im Park“ wird leider kein Familienbereich zur Verfügung gestellt. „Früher konnte Knopf – da war er grade einmal ein Jahr alt – an einer Stelle hier im Sand buddeln.“ Auf solche Dinge achten Eltern einfach. Grundsätzlich ändert sich das gesamte „Festivalverhalten“. „Früher haben wir uns hier betrunken. Das geht natürlich nicht mehr. Aber auf Augenhöhe mit Knopf hier gemeinsam sowas erleben zu dürfen, ist ein toller Ersatz. Das hätte ich mir vor der Zeit als Vater nie vorstellen können.“ Dann müssen wir unsere Unterhaltung leider abbrechen. „Papa, ich habe Hunger.“ Und die Suche nach einem Würstchen für Knopf geht jetzt vor.

Spannende Tattoos auf vielen Festivals! Manche lohnen einen zweiten genauen Blick! Glaube - Liebe -Hoffnung

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Im Gehen dreht sich Werner noch schnell um und lacht: „Danke für das schöne Gespräch!“ Ich bekomme Gänsehaut bei diesem persönlichen Gespräch von Mutter zu Vater. Ich gehe breit grinsend zur Centerstage zurück, hebe meine Arme und tanze glücklich zu Mando Diao…

Tanzen Open Air im Sonnenschein! Gibt es was Schöneres?

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Nicht nur das Festivalverhalten selbst ändert sich mit dem Alter und eventuellen Kindern. Auch die Anreise erfolgt nicht mehr unbedingt per rausgestrecktem Daumen. Wir durften sogar nach einem Konzertabend den Limousinenservice von Blacklane testen. War unter anderem sehr witzig, weil vorbeigehende Festivalbesucher uns warnten, nicht gleich bei jedem einzusteigen, der da grade anhält…

10 Kommentare zu “Rock im Park: Festival mit Kind

  1. Hey Christina,
    da hast du uns ja einen klasse Einblick in das „Eltern-Festibal-Leben“ geben können! Klasse, dass du Werner und Leon getroffen hast und sie interviewt hast!

    1. Hey Mandy, jetzt habe ich kurz laut gelacht vorm Rechner hier 🙂 „Musikalische Früherziehung“! Ich habe meine Tochter nicht mitgenommen, aber zum Glück gibt es ja „Einsplus“, das überträgt Rock am Ring von diesem Jahr. Wenn die Bands nicht eine allzu gruslige Show abgezogen haben, durfte das Reisemäuschen dazu auch vorm Fernseher abrocken. Und glaub mal, wie die Kleine da abgeht 😉

    1. Hey Jenny, die ist natürlich als zweijährige in der ersten Reihe bei Millionen Dezibel und 37 Grad in der prallen Sonne mitgehopst. Nee, Quatsch: Papa und sie haben zuhause Wasserschlachten und sonstigen Blödsinn gemacht, während Mama mit ihrer Schwester alte Zeiten hat aufleben lassen 😉 Ich glaube, ich persönlich würde sie auch erstmal auf ein anderes Festival mitnehmen. Ich habe gehört, dass das Taubertalfestival kinderfreundlich sei. Vielleicht auch das Summerjam? Da gibt es zumindest eine extra Familien-Camping-Ecke mit Spielplatz, soweit ich weiß. Ich habe aber noch keine abschließende Meinung zu dem Thema. LG, Christina

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