Teil 2: Wie Du lange Wanderungen durchhältst – 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig

Dein eigenes Tempo finden, Dich an den Schönheiten der Natur berauschen und weitere Tipps habe ich bereits im Teil 1 dieser Serie zum Besten gegeben. Aber da muss doch noch mehr sein! Die 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig hat mich (wieder einmal) viel über mich und psychologische Mechanismen gelehrt. Aufgepasst beim Teil 2 mit 5 Tipps, wie Du lange Wanderungen durchhältst.

Teil 1: Wie Du lange Wanderungen durchhältst – Tipp 1 bis 5

Quatschen ja, Hinsetzen nein. Denn das Aufstehen tut hinterher doppelt so doll weh...

Quatschen ja, Hinsetzen nein. Denn das Aufstehen tut hinterher doppelt so doll weh…

7. Lenke Dich mit Gesprächen ab

Eine lange Strecke im Mittelteil der 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig habe ich es sehr genossen, für mich allein ohne Ablenkung laufen zu können. Meinen Flow – siehe oben – genießen zu können und meinen Rhythmus – siehe oben – zu halten. Aber vor allem gen Ende, als ich nur noch an Schmerzen denken konnte und von Laufrhythmus nicht mehr zu reden war, haben Gespräche über Gott und die Welt unglaublich gut getan.

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Danke! Fürs Laufen dürfen und Laufen können.

8. Empfinde Dankbarkeit

Kann ich Dankbarkeit nicht nur empfinden, wenn ich dankbar BIN? Steile These: Aus (fast) jeder Situation lässt sich etwas Dankbarkeit ableiten. Im Alltag habe ich beispielsweise nicht die Möglichkeit, eine lange Strecke wie den Moselsteig allein laufen zu können. Selbstbestimmt zu entscheiden, wie lange und wie schnell ich gehe. Die Dankbarkeit, diese Möglichkeit nun haben zu können, gab mir in einigen Moment einen großes Maß an Freude und Willen, weiter zu gehen.

Wir alle sind unterschiedlich. Und wir werden immer jemanden finden, der es besser kann. Macht vergleichen glücklich? Nein! Dann lass es.

Wir alle sind unterschiedlich. Und wir werden immer jemanden finden, der es besser kann. Macht Vergleichen glücklich? Nein? Dann lass es.

9. Vergleiche Dich nicht

„Oh, der Magnus hat schon die zweite Sonderschleife des Moselsteigs begonnen?“ Erstaunt und voll Respekt registrierte ich diese Information an einer Verpflegungsstation. Und ebenso registrierte ich kurz meinen Gedanken: Ich lahme Ente. Aber: Hilft mir das für meine Motivation, für meine Lauffreude in irgendeiner Hinsicht? Nein, es bremst mein Vergnügen und im schlimmsten Fall bringt es mich aus meinem Wanderrhythmus, da ich meine, mithalten zu müssen. Meine Neugier auf den Bericht seiner Seiten (beispielsweise Zugspitz Ultratrail – was für ein Gefühl?!) wurde allerdings geschürt und ich kann Euch das Stöbern auf Magnus Seite sehr empfehlen.

Blogger achten meist penibel auf genug Akku. Auch zum "nach Hause telefonieren"...

Blogger achten meist penibel auf genug Akku. Auch zum „nach Hause telefonieren“…

10. Hol Dir Energie von Zuhause

Alles doof. Seit einer Stunde nur Asphalt unter den wenig gefederten Wanderschuhen. Nur geradeaus. Meine Hüfte macht mir große Mühe und die Schmerzen steigern sich. Keine Lust mehr. Manchmal möchte man einfach nur motzen. Hier half mir ein kurzer Anruf bei meinen Lieben daheim. Eine Runde mosern an der Mosel. Voll Freude hören, dass die wuchernde Hecke geschnitten ist. Und weiter.

Die Schuhe an den Ast -ähm, Nagel - hängen. Jeder entscheidet selbst, wo die eigene Grenze liegt.

Die Schuhe an den Ast – ähm, Nagel – hängen. Jeder entscheidet selbst, wo die eigene Grenze liegt.

11. Du MUSST nicht durchhalten

„Ich kann nicht mehr!“ Dass ich erschöpft und mit heftigen Schmerzen in den Hüften diesen Satz erst nach 10 Stunden fast ununterbrochenen Wanderns von mir gebe, hätte ich nicht gedacht. Mehr als erwartet gelaufen und das mit Freude. Nicht das bis zum Ende laufen, sondern der Genuss des Laufens auf dem Moselsteig war für mich das Ziel. Und die Tatsache, dass mein Ziel – der Genuss – bereits erreicht war, machte es umso leichter, das reine Kilometerziel aufgeben zu können. Der Weg ist doch das Ziel, richtig? Am Ende ist es einfach wichtig, dass es mir gut geht. Und Perfektionismus (siehe dieser tolle Artikel von MyMonk zum Thema Perfektionismus) hilft niemandem weiter.

Fakten zur 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig

Innerhalb von 24 Stunden können insgesamt 75 Kilometer in einer Hauptschleife und 2 Sonderschleifen gelaufen werden. Der Startpunkt ist die Turnhalle der Cusanus-Grundschule in Bernkastel-Kues. Die Schleifen führen jedes Mal an diese Basisstation zurück. Anmeldung zur Wanderung ist Pflicht. In der Startgebühr von 45 Euro enthalten sind unter anderem ein Starterpaket, die Verpflegung in Form von Snacks unterwegs, Frühstück und warmem Essen in der Cusanus-Grundschule, Die Ausschilderung der Strecke, die Möglichkeit zur Übernachtung auf Feldbetten und die Betreuung unterwegs. Weitere Informationen auf der Seite des Ferienlandes Bernkastel-Kues.

Auch einige meiner mitwandernden Bloggerkollegen haben bereits über die 24-Stunden-Wanderung geschrieben (ich habe extra bisher keinen Artikel gelesen, siehe Punkt 9 ;-)):

Wellspa-Portal: Selbstversuch: 24 Stunden BloggerWandern
Wanderreporterin: 24 Stunden Wandern am Moselsteig
Bunterwegs: Selbstversuch: 24-Stunden-Wanderung
Erfolgsmatrix: Seitensprung – 24 Stunden Bloggerwandern auf dem Moselsteig
Lina Luftig: Vorglühen auf dem Weinberg: Teil 1 meiner 24h Wander-Trilogie
Gipfelträumer: 5 Vorhaben für die Wanderung
gehlebt: 24 Stunden am Moselsteig – erste Gedanken
Fotografische Reisen und Wanderungen: Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt
Unterwegz.com: 24 Stunden Bloggerwandern am Moselsteig in Bernkastel-Kues Teil 1
Wanderreporter: Erstes Bloggerwandern in Rheinland-Pfalz mit 24-Stunden-Wanderung am Moselsteig
Rheinland-Pfalz Blogger: 24 Stunden Bloggerwandern auf dem Moselsteig
Hiking Blog: Vorfreude auf 24 Stunden #bloggerwandern auf dem Moselsteig

5 Kommentare zu “Teil 2: Wie Du lange Wanderungen durchhältst – 24-Stunden-Wanderung auf dem Moselsteig

  1. Wanderungen sind so viel mehr, als nur lange, anstrengende Spaziergänge. Das sieht man sehr schön an deinem Beitrag. Danke. 🙂

    Lg aus St. Leonhard

  2. Hi Christina, deine Erfahrungen sind wirklich beeindruckend. Ich wandere auch gern, meist im Urlaub in Matrei. Aber eine 24 Stunden Wanderung war noch nie dabei. An vielen Punkten erkene ich mich trotzdem wieder: der eigene Rhytmus und Dankbarkeit für das, was man gerade erlebt und schon geschafft hat, sind für mich auch sehr wichtig, um nicht aufzugeben.

    Liebe Grüße, Sabi

  3. Liebe Christina, ich find es echt klasse, dass Du all dies erlebt hast – obwohl du nicht 24 Stunden gelaufen bist! Wir haben das glaube ich alle erlebt, was Du schilderst, nur zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Stellen. Ich kann es alles sehr gut nachempfinden – ehrlich. Danke und liebe Grüße, Karin

    1. Danke, Karin. Wanderungen sind tatsächlich mehr als nur einen Schritt vor den anderen setzen. Und alles andere als langweilig. Aber eigentlich überflüssig, Dir das als @hikekarin zu sagen…:-) Herzliche Grüße, Christina

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