Estland: 10 gute Gründe für einen Besuch

Nachdem ich Euch bereits die estnische Küche, einige Highlights für einen Roadtrip und die wunderschön wilde Insel Hiiumaa ans Herz gelegt habe (sogar mit einem zweiten Teil), hier 10 gute Gründe, warum Estland grundsätzlich einen Besuch wert ist.

1. Unberührte Natur: Weite Nadelwälder, ein Schlaraffenland aus Blaubeeren, Walderdbeeren und Pilzen, lange leere Strände und mystische Moore. Wohltuend für Besucher aus übervölkerten Ländern wie dem unseren. 50% der Fläche Estlands sind mit Wald bedeckt. Unglaublich, oder?

2. Tolle Mischung: Interessante Geschichte, leckeres Essen, nette Menschen und die eben genannte unglaubliche Natur.

3. Deutsche Geschichte live: Bunker, die von deutsch-russischen Gefechten erzählen, unsere kulinarischen und sprachlichen Einflüsse. Auf Schritt und Tritt findet sich unsere Vergangenheit wieder -ein spannendes Erlebnis. Das Wort „Leib“ bedeutet zum Beispiel „Brot“.

4. Estnisches Understatement: In welcher Tourismusbroschüre würde man sonst den ganz bescheidenen Satz finden: „Natürlich könnte Estland mehr Berge haben“?

5. Wenig Tourismus: Selbst wenn ein Ort als zentraler Touristenpunkt angekündigt ist – abgesehen vom Domberg in Tallinn konnten wir die Umgebung immer entspannt genießen.

6. Perfektes Wetter: In einige Länder würde ich auf gar keinen Fall im Juli fahren. In Estland war die Temperatur angenehm warm.

7. Der Euro: Im Gegensatz zu einigen umliegenden Ländern muss man sich nicht an eine neue Währung gewöhnen. Auch Lettland hat ja 2014 den Euro eingeführt.

8. Langsame Gangart: Die Esten gelten gemeinhin als etwas langsam, werden von den Letten und Litauern gern deswegen etwas geneckt. Aber für uns Reisende bedeutet das: Dauerurlaubsmodus.

9. Kurze Wege: Das Land ist klein und so sind lange anstrengende Anfahrten Fehlanzeige. Praktisch, wenn man maulende Mitfahrer auf den hinteren Sitzen hocken hat.

10. Grundrecht auf freien Zugang zum Internet: Kaum ein Land zeigt sich so fortschrittlich, was „free wifi“ anbelangt. Im Park, im Supermarkt, im Museum, auf der Fähre oder dem Campingplatz. Fast überall besteht die Möglichkeit, kostenlosen Zugang zum Internet zu erhalten.

Hast auch Du Estland bereits bereist? Welchen Grund könntest Du ergänzen?

19 Kommentare zu “Estland: 10 gute Gründe für einen Besuch

  1. darf man hier auch die Dinge schreiben, die einen, wenn man 3 Jahre am Stück in Estland lebt und arbeitet, als Ausländer fertig und krank machen oder aus hauptsächlich Mitleid oder weil man jemanden den man dort kennt nicht ärgern will, nur Lobhudeln, weil sonst überhaupt niemand mehr freiwillig sein Geld extra nach Estland trägt?

    1. Hallo Michael, ich reagiere jetzt stellvertretend auch für Deinen unten abgegebenen Kommentar. Das hört sich in der Tat fürchterlich an, wie Du Dich in Estland gefühlt hast. An einem Ort urlauben und wohnen sind zwei verschiedene Paar Stiefel, das ist wohl wahr. Wir als Urlauber haben uns tatsächlich in Land und Leute sehr verliebt und das kommt in unseren Artikeln zum Ausdruck. Auch in Deutschland kann man sehr glücklich und sehr unglücklich leben. Dir alles Gute und hoffentlich geht es Dir besser. Ach übrigens – zum Thema „Dinge schreiben dürfen“: Das hier ist kein öffentliches Magazin und keine neutrale Zeitung, sondern ein sehr persönlicher Blog. Insofern entscheide ich immer, ob ich Kommentare veröffentliche und behalte mir vor, auch sehr subjektiv zu schreiben. Grüße, Christina

      1. Vielen Dank, und weiterhin alles Gute, von Lanzarote, wo ich seit ein paar Wochen ja versuche wieder Kraft zu gewinnen jedoch seit ein Paar Tagen nun die Energie und Schwingung estnischen Besuchs …. kompensieren muss. Es ist leider absolut fruchtlos. Liebe Grüsse

  2. Ich bringe es inzwischen auf elf Reisen nach Estland. Die schönsten Reisen waren die mi dem Fahrrad durchs Land und zum Songfestival. Estland ist wunderbar anders!

  3. …und auch in Estland wartet überall die Saunamaja. Wir haben schon den Februar getestet und ich sage nur: gegen Mitternacht bei -14° in einem zugefrorenem See auf einer Waldlichtung vor der Saunahütte sitzen und über die verschneiten Baumspitzen in den Sternenhimmel schauen – das ist einfach Spitze. Z.B. Päikseranna puhkemaja. Estand ist auch ein Wintermärchen.

  4. JA!!! Ich glaube, bezogen auf freies Internet ist Estland sogar WELTMEISTER. Wie Du weißt, bin ich auch ganz verliebt in das Land. Besonders (bisher) in Haapsalu http://www.frau-auf-reisen.de/?p=714. Dabei habe ich längst noch nicht alles gesehen… Ja, und die Vorstellung, dass man da in dieser himmlischen Natur sitzen kann, in abgeschirmter Ruhe und sich im Internet in die Welt arbeiten und schreiben kann, perfekt!
    Ich war auch im Juli dort und das Wetter war prima. Immer über 20 Grad und Sonne. DIe beste Zeit, lange Tage, niemals wirklich dunkel. Traumhaft und stärkend. Ob ich das Land auch so lieben würde im, sagen wir, Februar oder November? Mhm, vielleicht teste ich das Mal.
    Danke für Deinen Beitrag!

    1. ich war auch einmal 4 Wochen im Juli in Süd-Ost Estland und danach 3 Jahre am Stück ohne Pause und wenn ich nicht schnell noch nach Spanien abgehauen wäre, hätte ich keine 6 Wochen länger mehr gelebt. Das monatelange grau, die Kälte, die schlachte Laune der schlecht verdienenden aber fürchterlich arroganten Leute die keinerlei Service zu kennen scheinen, die allgegenwärtige Depression iist auf Dauer unerträglich.
      Nicht umsonst beträgt die Lebenserwartung von estnischen Männern nur 71 Jahre und die der estnischen Frauen 10 Jahre mehr. Estland ist für jemanden der das harte, entbehrungsreiche Leben nicht von geburt an gewohnt ist und z.B. auch das einfach zu meisternde Leben auf den Kanaren lange Zeit erleben konnte, wirklich kaum erträglich.
      4 Wochen im Sommer, mit gutgefüllter Kreditkarte, weil alles auch noch unglaublich teuer ist, ja von mir aus.
      Dort Leben und arbeiten und die Kultur und Langweile dauerhaft ertragen zu müssen ist einfach nur wahnsinnig energieraubend und deprimierend. Ich habe vor lauter Unlust, Frust, fürchterlicher Langeweile, Licht- und Vitamin D Mangel und vielem weiteren, was das Leben nicht schöner macht, bei 1,83 Metern Grösse bis auf 54 Kilos abgenommen und bin totkrank geworden. Tut mir leid, wenn ich hier etwas weniger romantisch klinge, aber ich bin von Land und Leuten zum grössten Teil sehr enttäuscht und hoffe, die wahren Lebensbedingungen dort möglichst nie wieder am Stück und vor allem auch nicht als billiger EU Arbeitssklave (500,- – 800 € monatlich netto), dort aushalten zu müssen. Man kann einfach nur Mitleid haben und langsam aber sicher still und heimlich sterben, aber nicht am Stück dort LEBEN.

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