Dezembergedanken – Bucketlist, das Ende des Reisens als Familie und wo steht mir nur der Kopf?

Dezembergedanken

Ende des Jahres, alles richtet sich auf das wohlig-gemütliche Heim aus und versucht, wo es nur geht, die Gedanken an große Weltpolitik auszublenden. Oder nicht? Nein, es ist kaum möglich. Nichts desto trotz ist das hier ein Reiseblog (mit ordentlich politischen Einschlägen vor allem auf Instagram, have a look). Und an dieser Stelle konzentriere ich mich immer auf mein „Kerngeschäft“. Deshalb bitteschön, ein kleiner Einblick in mein vorweihnachtliches Gehirn.

Bucketlist – Das Ende oder der Anfang oder die Mitte davon?

Vor allem zu Beginn meines Blogs habe ich es geliebt, an dieser Stelle meinen Bucketlistsehnsüchten freien Lauf zu lassen. ich schwärmte HIER von Nordirland, Vietnam, Paris und Rügen (ups).

Ein wenig gehört zum Thema „Reisebucketlist“ auch das Länder sammeln, das ich ja auch bereits mehrfach durchdacht habe.

Meine erste öffentliche Bucketlist erstellte ich hier sage und schreibe bereits 2013. Wenn ich mir diese Liste genauer betrachte, denke ich bei einigen Punkten „Häh?!? Wieso?!?“ und bei manchen anderen wiederum „Yes, erlebt, genossen und tatsächlich angegangen!“ Bei einigen seufze ich etwas nachdenklich. Werden manche Reiseträume wohl noch in Erfüllung gehen?

Vielleicht sollte so eine Bucketlist auch den Weg in den virtuellen Papierkorb finden und der Moment einfach der Moment sein. Aber ich kenne mich: Mir hilft es ungemein, wenn ich durch eine optische Aufstellung den Fokus aufrecht erhalte. Hätte ich sonst meinen Traum von 2013 und 2014 erfüllt und hätte mit Sven in Kambodscha eine kambodschanischen Kochkurs erlebt? Eben.

Einiges verrückte darf auf so einer Liste stehen und vielleicht macht auch lediglich das Gedankenspiel Spaß. Vielleicht muss manches nicht in die Tat umgesetzt werden und darf ein süßer Traum bleiben.

Das Ende des Reisens als Familie. Wait. What?

Es war vor nicht allzu langer Zeit. Wir wägten ab. Jetzt einen Teil von unserem Zuhause renovieren? Da gäbe es so einiges zu tun. Wir setzen zwar immer wieder schöne Ideen um. Aber könnte da nicht noch mehr gehen? Schon, ja. Wenn nicht. Wenn nicht dieses Reisen wäre.

Nach Estland. Frankreich. Italien. Lettland. Österreich. Polen. San Marino. Schweden. Spanien. Australien. Thailand. Ägypten. Kanada. Singapur. Paraguay. Kambodscha.

Ins Allgäu. Das obere Donautal. An den Bodensee. Die Nordsee. In den Südschwarzwald. zur Mecklenburgischen Seeplatte. Ins Erzgebirge. Nach Garmisch-Patenkirchen. Nach Neuharlingersiel. In die Uckermark. Und in den bayrischen Wald.

Wir sind uns sehr einig. Eine neue Fußbodenheizung werden wir als Familie wohl nicht so emotional in Erinnerung behalten wie unsere Elternzeitreise nach Vietnam – Da schwärmt unsere Große heute noch von. Obwohl sie lediglich knappe 6 Jahre alt war. Die Erinnerung ist lebendig.

Ebenso macht eine neue Küche im Alltag vielleicht einiges leichter. Aber das Herz wird warm und hüpft, wenn wir zusammen in Bildern von unserer Urwaldwanderung im Norden von Laos versinken.

Eine komplett neue Inneneinrichtung ist sicher sehr vorzeigbar und einige Stücke aus dem Studium dürften gern auch mal den Haushalt verlassen. Aber die große Reise, für die die Flüge bereits gebucht sind (noch bleibt das ein Geheimnis), wird einen weiteren gemeinsamen Reisetraum erfüllen. Und vor allem unser großes Mädchen kann es kaum erwarten, das mit uns gemeinsam zu erleben.

Denn. Ja, irgendwann werden wir nicht mehr wie selbstverständlich zu viert reisen. Dann brauchen die Mädchen – und wir vielleicht auch – Abstand. Und getrennt reisen. Auch wenn es dann schön ist, wieder mal etwas zusammen zu planen. Es wird anders werden. Und da der Moment kostbar und wertvoll ist, behandeln wir ihn so. Wir haben noch viele Jahre tolle Sofas, Küchen, Fußbodenheizungen vor uns. Die laufen uns nicht weg. Aber unsere Zeit als Familie ist JETZT.

Wo steht mir – und Dir? – nur der Kopf?

Halleluja, alles gleichzeitig. Job, Selbständigkeit, Kindererziehung, Freunde und Familie, Pubertät und Wechseljahre. Was für ein Ritt durchs Leben. Manchmal weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht. Vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit natürlich.

Aber wisst Ihr, was wir dürfen? Einfach stehen bleiben. Nicht zu diesem Weihnachtsmarkt gehen. Diese eine Nachricht einen Tag später schreiben. Diese Plätzchen nicht backen. Diese schöne Wintersonne draußen lassen. Und uns auf uns besinnen.

Das hört sich so Kalenderspruch-mäßig an. Ja. Aber was heißt das? Im Moment sein. Den Kaffee mit einem Jetzt-Bewusstsein brühen. Dasitzen und die Adventskerze beim Flackern betrachten. Die Zeit mit einem netten Menschen auskosten und ihn oder sie wirklich mit zugewandtem Herzen wertschätzen. Statt 5 Termine hintereinanderpressen und dann bei keinem so richtig emotional anwesend sein.

ich wünsche Dir, dass Du es aushältst, mit Dir selbst zu sein. Zu fühlen. Und zu sein.

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