Wer von Luang Prabang aus Richtung Kuang-Si-Wasserfälle fährt, erwartet türkisblaues Wasser, romantische Ruhe, Dschungelgrün. Das alles bekommt Ihr auch. Aber was Ihr nicht erwartet, liegt ungefähr auf halber Strecke dorthin. Es ist die Laos Buffalo Dairy Farm. Ein Sozialunternehmen, das nicht nur uns als Reisende begeistert hat, sondern das Leben ganzer Dorfgemeinschaften verändert.
Die Laos Buffalo Dairy ist auf der einen Seite ein Lernort, dann wieder eine Käsemanufaktur, ein Zentrum für die Dorfbewohner, das ihre Lebensgrundlage sichert. Und auch ein tolles Beispiel dafür wie nachhaltiger Tourismus wirklich funktionieren kann.
Schon beim Ankommen merkt Ihr, dass hier etwas anders ist. Wir haben uns gleich willkommen gefühlt mit dem Schnauben der Wasserbüffel, dem Klirren der Milchkannen, em freundlich wirkenden Gelände und auch den schönen Bambusbau. Und die Kinder waren sofort Feuer und Flamme für die Kätzchen, die dort spielten.

Warum Wasserbüffel in Laos so wichtig sind
Wasserbüffel sind in Laos und bei der Laos Buffalo Dairy mehr als nur Nutztiere. Hier im Ort werden die Tiere von örtlichen Familien gemietet, dann auf der Farm medizinisch versorgt, geimpft und gut gehalten. Während dieser Zeit werden sie schonend gemolken.
Nach einigen Monaten kommen sie gesund und wohlbehalten zu ihren Besitzern zurück. So verlieren die Familien nicht ihre Lebensgrundlage, sondern haben sogar langfristig starke und gesunde Tiere in ihrem Bestand. Und dazu ein sicheres konstantes Einkommen.
Und wer sich ein wenig mit laotischen Bedingungen auskennt in Bezug auf Arbeit, Rente, Lebensstandard weiß: Das ist immens wichtig. Wer so eine Chance hat, sich den Alltag zu sichern und nicht nur bis zum nächsten Tag denken zu können, dem fällt eine ungeheure Last von den Schultern.
Käse aus Laos? – Ja, und wie
Aus der Milch werden dann Erzeugnisse wie das leckere Büffeleis oder Büffelkäse hergestellt und an Besucher verkauft.

Das hat uns als Konzept und auch geschmacklich total überrascht und auch gleichzeitig überzeugt. Wir haben die Cheese Tasting Plate mit Ricotta, Feta, Mozarella und Blauschimmelkäse so richtig genossen. Zum Glück gab es genügend Baguettebrot (Stichwort: Französische Besatzung) dazu, so dass wir tatsächlich ein richtiges Tasting für uns selbst erleben konnten.
Vielleicht klingt das jetzt vorurteilsbeladen. Aber wir waren tatsächlich positiv überrascht, dass der Geschmack mit europäischen Standards mithalten kann. Aber auch das macht die Professionalität hier aus: Internationales Know-How gepaart mit dem Behalten der eigenen Kultur. Ein Spagat, der fantastische gelungen ist.
Auf der Farm entstehen neben Mozarella, Ricotta und diesen anderen Käsesorten noch viele anderen Leckereien.
Von Joghurt über Lassi bis hin zu Eiscreme und auch Cheesecake könnt Ihr die Varianten ausprobieren, die man einfach aus einer Milch so zaubern kann. Auch ein schlichter Kaffee mit Büffelmilch schmeckt so ganz anders, würziger und intensiver. Die Kinder haben es dann tatsächlich beim Eis belassen, das Ihnen aber sehr gut geschmeckt hat.
Wenn ich noch einmal dorthin kommen würde und es nicht ganz so heiß wäre, würde ich direkt bei den Backwaren landen. Hallo? Ricotta-Chocolate-Chip-Cookies? Wie gut klingt das bitte?
Lest Euch mal durch diese Karte, dann bekommt Ihr einen kleinen Eindruck, was sich da so schlemmen lässt.

Viele Restaurants aus dem nahe gelegenen Luang Prabang beziehen ihre Produkte direkt von hier und so gibt es hier noch einen weiteren Absatzmarkt für die Familien.

Wir fanden es total spannend, die verschiedenen Sorten zu probieren und haben uns gleich mehrere Produkte bestellt. Lecker, kühlend und total angenehm nach unserem Ausflug zu den Kuang Si Wasserfällen ganz in der Nähe.

Ein Erlebnis für Familien zum Staunen, Lernen und Anfassen
Neben dem Restaurant (das wir natürlich ausführlich genutzt haben und das auch Ihr nutzen solltet) könnt Ihr aber noch viel mehr erleben auf der Laos Buffalo Dairy. Denn das Café ist schließlich nur der Endpunkt der Produkte der Farm.
Ihr könnt hier neben dem Schlemmen noch Wasserbüffel führen lernen. Wer Lust hat, beim Melken zuzusehen oder sogar selbst Hand anzulegen, darf das auch machen.

Ihr könnt aber auch die Babyziegen oder Schweine streicheln , bei einer Führung die Käseproduktion kennen lernen und Euch natürlich im Anschluss daran im Café stärken.

Unsere Kinder waren neben dem Gelände und den beeindruckenden Tieren vor allem von den Babykätzchen auf dem Gelände begeistert und konnten gar nicht damit aufhören, die kleinen Tierchen zu streicheln und zu beobachten.


Wir Eltern fanden einfach alles im Café superlecker und auch das Gefühl, durch den Besuch etwas Gutes zu bewirken, war natürlich schön. Wir selbst wollen immer gern unterwegs die lokale Wirtschaft stärken und nicht rein touristisch großte Betriebe oder sogar ausländische Firmen finanziell füttern.
Ihr wollt wissen, welche Pakete Ihr dort buchen könnt? Dann werft gern einen Blick auf das Programm der Buffalo Dairy Farm. Zwischen 9:30 und 17:00 könnt Ihr hier eine Farmtour buchen.
Bereits ab 45 Minuten (Preis: 11 Dollar) habt Ihr hier einen intensiven Einblick in die Farm, könnt helfen, die Büffel zu waschen und lernt etwas über das Melken. Bis hin zur großen Sunset Tour mit Cooking Class und Babybüffel-Füttern mit der Flasche (aktuelle Kosten dann 200 Dollar pro Person) habt Ihr eine weite Range der Möglichkeiten.
Wirklich gelebte Nachhaltigkeit auf der Bufallo Dairy Farm
Viele Projekte werben mit Nachhaltigkeit, hier wisst ihr, das ganz häufig Greenwashing betrieben wird. Und oft ist es schwierig zu unterscheiden, wo Nachhaltigkeit nicht nur draufsteht, sondern auch drinsteckt. Das ging uns nicht nur in anderen Ländern Südostasiens so. Ich sage nur: Elefantentouren und wenn Ihr bereits diesen Kontinent etwas erkundet habt, wisst Ihr genau, wovon ich spreche. Deshalb habe ich diese Art der Belustigung auch bislang ausgelassen und mir damals stattdessen schöne silberne Elefantenohrringe als Souvenir mit nach Hause gebracht.
Das ist an diesem Ort etwas ganz Anderes und das werdet Ihr auch gleich spüren.
Zusammengefasst machen 3 Säulen das Modell der Büffelfarm so unbglaublich stark:
Einerseits erhalten die Bauern durch diese Art „Mietprogramm“ ein verlässliches Einkommen.
Andererseits wird sehr auf das Tierwohl eingegangen. Die medizinische Versorgung, Impfungen und nicht zuletzte die Ernährung sorgen dafür, dass die Tiere kräftig sind und werden.
Und, was ich noch gar nicht angesprochen hatte: Der Milchbauernhof, die „Dairy“, spendet proteinreiche Erzeugnisse an Schulen und auch Programme gegen Unterernährung.
Eine rundum nachhaltige Angelegenheit, ein langfristig wirkender Kreislauf, also. Ich wünsche mir, dass es mehr solcher Initiativen in Laos gibt. Solltet Ihr von mehr guten lokalen Projekten wissen, hinterlasst gern für die Leser einen Kommentar, damit wir helfen können, dass diese Initiativen wachsen und bestehen können.
Praktische Tipps für Euren Besuch auf der Buffalo Dairy Farm
Jetzt habe ich ganz viel geschwärmt von der Initiative und von den Leckereien im Café, Ihr braucht aber auch noch mehr praktische Tipps, liege ich da richtig? Also reingesprungen in weitere Fakten.
Lage: Die Farm liegt superpraktisch auf ungefähr der Hälfte der Strecke zwischen Luang Prabang und den Kuang Si Wasserfällen. Es bietet sich sehr an, den Besuch ans Ende als wohlverdienten Ausklang zu legen.
Anfahrt: Je nachdem, wie Ihr unterwegs sein wollt und welcher Zielgruppe Ihr Euch zugehörig fühlt. Als Backpacker nehmt Ihr schlichtweg günstig den Roller, Achtung rumpelige Straße. Als Familie haben wir uns ohnehin ein eigenes Auto gemietet. So fühlten wir uns unabhängig und inzwischen können wir uns das auch ohne Probleme leisten im Gegensatz zur Studentenzeit. Als etwas unsichere Reisende oder auch ältere Semester nehmt doch einfach das Tuktuk oder einen Minibus. Oder ganz luxuriös: Einen private Driver. Alles möglich.
Beste Zeit: Man sagt, es ist der Vormittag, wenn die Tiere aktiv sind. Wenn Ihr es aber wie wir handhaben wollt und gern diese gemütliche Aktion ans Tagesende setzen möchtet, dann ist der Nachmittag auch kein Drama. Achtet aber auf die Öffnungszeiten.
Dauer: Je nachdem, was Ihr erleben möchtet. Ob mit Führung und ausführlichem Kaffeeklatsch. Schnell auf ein Büffeleis in der Hand auf die Waffel. Liegt also in Eurem Ermessen. Wir waren ca. 2 Stunden ganz entspannt dort. Es ist aber locker möglich, einen ganzen Tag hier zu verbringen.

Geeignet für: Tierliebhaber, Familien, Fotobegeisterte, nachhaltig Reisende, Foodies und eigentlich alle, die irgendwie Lust auf lokale Kultur und ein Eintauchen in mal ganz andere Spots haben.
Mitbringen: Kamera, Zeit, Geld, evtl Wechselkleidung nach dem Stall, Sonnencreme und eine gewisse Offenheit abseits ausgetretener Pfade.
Fazit: Ein Herzensort in Laos
Wir sind froh, dass wir uns die Zeit genommen haben, diesen berührenden Ort zu besuchen. Besonders wichtig war uns auch, unseren Kindern zu zeigen, wie man auf unterschiedlichste Art und Weise in der Welt etwas Gutes tun kann. So ziehen sie dies hoffentlich für Ihre eigene Zukunft ebenfalls in Betracht, nachhaltige Initiativen zu unterstützen. Und ganz abgesehen von den Kindern liegt uns dies ebenfalls persönlich sehr am Herzen.
Viele Attraktionen werben damit, familienfreundlich zu sein, richtig? Doch oft bedeutet das nur einen Spielplatz oder ein paar bunte Schilder oder kindgerechtes Speisenangebot. Das wirkt oft künstlich und nur wie ein Lockangebot. Die Laos Buffalo Dairy aber lebt Familienfreundlichkeit wirklich. Alles ist offen gestaltet, ohne Hektik, ohne Überforderung. Kinder dürfen Fragen stellen, Tiere streicheln, beobachten, ausprobieren. Und gleichzeitig lernen sie etwas über Landwirtschaft, Verantwortung und Respekt gegenüber Tieren. Das nennen wir wirkliche Familienfreundlichkeit.
Ich habe Euch mit diesem Bericht schon begeistern können, ohne, dass Ihr einen Fuß in dieses kleine Paradies gesetzt habt? Dann spendet doch gern hier direkt an das Projekt und unterstützt es auf finanziellem Wege.
Die Buffalo Dairy Farm ist kein klassischer Touristenstopp. Sie ist ein Projekt, das Leben verändert. Das der Bauern, der Tiere und auch das von uns Besuchern.

