Razor Kayaks Edge Pro 1 im Test – Unterwegs auf der Enz

Razor Kayaks

Wer uns länger folgt, weiß, dass wir gern auf dem Wasser unterwegs sind. Sei es auf schwedischen Seen, in der Wildnis der Uckermark oder kleineren Flüssen im Süden der Republik von Enz über Neckar bis hin zur Altmühl. Direkt zu Beginn der Kayaksaison hat es uns wieder aufs Wasser gezogen. Und wenn wir ganz niederschwellig und easy eine kleine Tour einlegen wollen, trifft unsere Wahl eigentlich immer auf die Enz. Ihr seid auf der Suche nach einem geeigneten Kayak für diesen Frühling und Sommer? Wir haben das Razor Kayaks Edge Pro 1 getestet und zeigen Euch, was dieses Einer-Kayak – eines der leistungsstärksten aktuell am Markt – so kann. Nebenbei lassen wir Euch ein bisschen in unsere Lieblingsstrecke reinsneaken.

Das Edge Pro 1 von Razor Kayaks

Ihr sucht ein Einsitzer-Kayak, für das Ihr nicht gleich einen Dachgepäckträger oder einen Anhänger zum Transport benötigt? Mit dem Ihr möglichst niederschwellig an die Einstiegsstelle kommt und auch wieder aus dem Wasser heraus? Das Razor Kayaks Edge Pro 1 ist ein im Performance-Segment angesiedeltes Exemplar, das aufblasbar ist. Sprich: Auf (große) Rucksackgröße komprimierbar und damit mit jedem Auto im Kofferraum zu transportieren. Und was nicht zu vergessen ist: Auch auf wirklichen kleinem Stauraum zuhause deponierbar. Das ist dergroße Vorteil, wenn Ihr aufblasbare Kayaks sucht.

Design des Edge Pro 1

Die Form erinnert eher an ein schlankes Seekajak als an ein typisches Inflatable.

Das war unser erster optischer Eindruck, nachdem wir unser bisheriges Kanu zwar zu schätzen wissen, aber manchmal dann doch ein wenig ein Schlauchbootgefühl verspüren.

Materialien des Edge Pro 1

Das Edge Pro 1 setzt auf eine besonders widerstrandsfähige Konstruktion. Und das spiegelt sich auch in der Verarbeitung und den verwendeten Materialien wider. Beim Material des Korpus selbst handelt es sich um 1000-Denier-PVC in Dual-Layer-Bauweise. Die Kenner unter Euch – und Sven – werden damit etwas anzufangen wissen.

Um eine besondere Steifigkeit zu erlangen handelt es sich um Tech-Stitch beziehungsweise um einen Drop-Stitch-Kern.

Solltet Ihr aufgrund niedriger Wassertiefe oder Ufernähe Kontakt mit Grund bekommen, schützt ein verstärkter Bug und ein verstärktes Heck zusätzlich zum Boden für Sicherheit.

Die vorhandenen Ringe sind aus Edelstahl gefertigt und haben sogar Marinequalität.

Das Cockpit verfügt über ein Coaming – also eine etwas erhöhte Umrandung beim Einstieg – und ist kompatibel mit Spritzdecken, die Ihr ebenfalls beim Hersteller erhaltet. Sinnvoll, wenn die Fahrt etwas mehr ins Wildwasser führen sollte.

Als Paddel habt Ihr verschiedene Option, die sich je nach Anwendungsfall und Geldbeutel unterscheiden. Wir haben das Carbon-Paddel getestet und können uns nicht beschweren. Schnell zusammen zu bauen und ultraleicht, wie man es von Carbon gewohnt ist. Alternativen sind Aluminium und Fiberglas.

Gewicht, Packmaß und Traglast des Edge Pro 1

Das Gewicht des Kayaks selbst beträgt genau 18,9 kg. Im Rucksack selbst sind das dann um die 20+ kg. Die Maße gepackt betragen 84 x 50 x 33 cm.

Das Edge Pro 1 ist klar auf Performance und Steifigkeit ausgelegt, und die robustere Materialkonstruktion bringt zwar ein etwas höheres Gewicht mit sich, sorgt gleichzeitig aber auch für die hervorragende Performance und das Handling auf dem Wasser.

Mit Euch selbst plus Gepäck beträgt die maximale Traglast am Ende 170 kg, was für die Größe und den Bedarf aus unserer Sicht absolut angemessen ist.

Der Aufbau des Kayaks

Der Aufbau gehört aus unserer Sicht zu den großen Stärken des Edge Pro 1. Sven war völlig aus dem Häuschen angesichts der elektrischen Pumpe von Razor. Den Boden hat er exakt nach Herstellerangabe mit 10 PSI aufgepumt, die Seitenkammern mit ebenfalls. Die Pumpe ist recht laut, aber dafür geht es wahnsinnig schnell.

Sitz per Klett und Haken, beziehungsweise Ringe und selbsterklärend einbauen, war ebenfalls kein Hexenwerk. Aus EVA-Schaum mit hoher Dichte bestehend und verstärkter Rückenlehne ist das Fahren selbst über längere Strecken ergonomisch angenehm und unterstützt den Rücken sehr angenehm.

Wer als Wassersportler unterwegs ist, weiß, dass wer sich mit dem Sitz und der Position im Boot beschäftigt, sich als Gegenspieler automatisch auch Gedanken um die Füße macht. Hier kommt die Fußstütze ins Spiel, die über mehrere Schlaufen einstellbar ist und so je nach Fahrer individuell anpassbar.

Jetzt nur noch unkompliziert die 8,5″-Finne eingehängt und fixiert und es kann losgehen.

Wir selbst haben aufgrund des Produkttests und der Fotopausen eine halbe Stunde zum Aufbau benötigt. Sobald wir den Aufbau ein paar Mal gemacht haben und nicht ständig für Fotos unterbrechen, wird der Aufbau deutlich schneller gehen.

Wer Aufbau sagt, muss auch Abbau sagen. Am Ende der Tour geht das Luft ablassen aufgrund der großen Ventile auch recht schnell. Nur das Zusammenpacken hat anfangs etwas Eingewöhnung gebraucht, wird mit etwas Routine aber schnell unkompliziert.

Auf dem Wasser mit dem Egde Pro 1

Was uns überrascht hat, war die ungewöhnliche Steifigheit, Rubustheit und Geschwindigkeit für ein Inflatable. Hier kommt es den Hartschalenmodellen in der Geschwindigkeit sehr nah und hat dennoch eine gute Gleitphase und eine tolle Spurtreue durch die mitgelieferte Finne.

Das Kayak ist zudem sehr wendig und reagiert schnell auf Paddelschläge, wir sind es viel verzögerter bei einem Inflatable gewohnt. Dadurch sind schnelle Richtungswechsel easy möglich.

Unser Streckentipp für Anfänger und Fortgeschrittene auf der Enz

Zwischen Mühlacker und Lauffen ist die Enz befahrbar, je nachdem, ob Ihr es romantisch, etwas wilder oder breiter für Anfänger braucht.

Wir selbst kennen die Strecke zwischen Unterriexingen und Bietigheim am besten und sind diese auch sowohl allein als auch mit den Kindern schon öfter gefahren. Sie ist famliengeeignet, hat einige Stellen zum Umtragen wegen Wehren, aber auch viele Aussteigsstellen, so dass Ihr mit der Streckenlänge super variieren könnt.

Bei sehr niedrigem Wasserstand kann die Finne in flacheren Abschnitten gelegentlich den Grund berühren, bei Bedarf lässt sich das Kayak jedoch auch problemlos ohne Finne paddeln.

Besonders schön ist es, Bietigheim als Ziel zu wählen. Die Szenerie mit dem Viadukt ist einfach wunderschön. Die Ausstiegsstelle sehr leicht. Und das Beste: Eisdiele und Biergarten sowie Spielplatz und Picknickwiese innerhalb weniger fußläufiger Minuten erreichbar.

Sucht Euch am besten auf der Seite der Zugvögel die passende Entfernung und Strecke selbst aus. Hier habt Ihr auch die Möglichkeit, ins Kajaken und Kanufahren reinzuschnuppern, bevor Ihr selbst ein Boot kaufen wollt.

Wichtig: Je nach Wasserstand ist die Enz hier aufgrund Umweltschutzvorgaben gesperrt. Auf der Seite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg könnt Ihr immer den aktuellen Wasserstand einsehen. Das Pegel-Telefon erreicht Ihr jederzeit mit der Bandansage zur Wassertiefe unter 07042/17111.

Fazi zum Edge Pro 1 von Razor Kayaks

Was ist jetzt unser Gesamtfazit zum Razor Kayaks Edge Pro 1? Wer auf der Suche nach der Quadratur des Kreises ist, sprich: auf der einen Seite ein gut zu transportierendes Exemplar mit den Eigenschaften eines Hartschalenkayaks kombinieren möchte, ist hier definitiv an der richtigen Stelle.

Das Egde Pro 1 ist etwas für passinierte Freizeitpaddler, die wenig Stauraum wünschen, Hartschalenfeeling möchten, Stabilität im Wasser zu schätzen wissen und fix unterwegs sein möchten.

Vielen Dank an Razor Kayaks für die gute Zusammenarbeit.

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