Was ein Roadtrip mit Kind heute wirklich kostet und wie Eltern schlau sparen können

Roadtrip als Familie

Wenn wir als Eltern einen Roadtrip planen, dann fühlen wir als erstes Freiheit, Abenteuer, gemeinsame Erinnerungen schaffen. Quality Time leben. Das stimmt schon auch so. Auf der anderen Seite verdrängen wir ein Thema zumindest am Anfang der Planungen schon eher gern. Das die Ausgaben für Reisen mit Kindern in den letzten Jahren massiv gestiegen sind. Nicht nur das, wir Eltern unterschätzen die Kosten dabei grundsätzlich auch fast immer. Das liegt in der Natur der Sache und ist keine Charakterschwäche, nur einfach unglaublich schwer vorstellbar. Woher das kommt und wie wir damit am besten umgehen können, davon möchte ich Euch heute erzählen.

Unterkunft: Familienfreundlich, aber selten günstig

Früher als Paar konnten wir in einer winzigen Ferienwohnung oder auch einem kleinen Doppelzimmer im Hotel übernachten. Gar kein Thema. Das ändert sich, sobald der Nachwuchs da ist. Vielleicht braucht Ihr ein kleines Apartment mit Küchenzeile. Mehr Platz mit vielleicht einem Fernseher, um kurz selbst zum Durchatmen zu kommen.

Vielleicht sogar ein Apartment in einem Hotel, damit Ihr beispielsweise mit Baby einerseits den dringend notwendigen Luxus einer Vollverpflegung nutzen könnt. Und auf der anderen Seite auch in der Nacht oder in aller Herrgottfrühe ein Fläschchen und Babybrei zubereiten könnt. Oder den ersten Kaffee im Zimmer inhalieren könnt, wenn Ihr Euch nach einer anstrengenden Nacht völlig zerstört fühlt.

Daneben gibt es Mehrkosten durch kostenpflichtige Zustellbetten oder teurere Unterkünfte in beliebten Lagen, um bessere Infrastruktur nutzen zu können.

Oder Ihr braucht einfach etwas mehr „Bespaßung“ direkt im Hotel, um es Euch ein wenig leichter zu machen.

Ein wenig Luxus für Euch selbst wie gutes Essen, Massage, etwas hochwertigere Ausstattung, um selbst Kraft zu tanken.

Gerade in beliebten Familienregionen (die ja auch dazu noch mehr bieten sollen) kosten Familienapartments gern mal pro Nacht 150 bis 200 Euro. Sogar außerhalb der Hauptsaison.

Tipp: Mit anderen Familien ein gemeinsames Haus mieten. Haustauschferien. Couchsurfing.

Verpflegung: Kleine Snacks, die sich summieren

Kinder essen öfter, spontaner und auch anders als Erwachsene. Sie bestehen auch auf Reisen auf ihre Lieblingsspeisen und geben sich beispielsweise in Asien nicht mit Streetfood zufrieden. Spaghetti Bolognese oder Burger ist dort allerdings unvergleichlich teurer.

Snacks sind vergleichweise auch kostspieliger als „normale“ Mahlzeiten.

Und vor allem aus unserer Kleinkindzeit kann ich sagen, dass es manchmal einfach nur gut tat, in ein familiengeeignetes Restaurant zu gehen. Beine und Geist ausruhen, statt etwas „to-go“ auf die Hand zu nehmen.

30-50 Prozent mehr geben viele Familien auf Reisen aus, als sie ursprünglich geplant hatten.

Tipp: Weise Vorausplanung. Weniger umfangreiche Ausflüge auf Reisen, damit in der Unterkunft gegessen werden kann.

Transport: Mehr Kosten durch mehr Komfort

Ja, auch im Alltag sind „Familienkutschen“ teurer, das bezieht sich nicht nur auf die Reisen. Aber habt Ihr bedacht, dass Ihr Dachbox oder größeres Auto für mehr Transportmöglichkeiten oftmals gerade mit Hinblick auf Reisen erworben werden?

Höhere Spritkosten ergeben sich allein aufgrund des größeren Gepäcks. Zudem wählen Familien häufig Mautstrecken, weil Reisen mit Kindern anstrengender ist und keiner dann Lust auf kostenfreie Überlandstrecken hat. Genau so wie wir doch auch Parkgebühren in Kauf nehmen, wenn sie möglichst nah an den Sehenswürdigkeiten gelegen sind. Analog könnt Ihr das auf Zugreisen übertragen.

Wenn Ihr einen Mietwagen wählt, dann erwarten Euch auch hier höhere Kosten für beispielsweise den Kindersitz, der meist mitgemietet wird.

Tipp: Minimalistisch packen. Pausen unterwegs einlegen. Erlebnisse auf Webstrecken einplanen

Aktivitäten: Mehr erleben, mehr zahlen

Ja, manchmal gibt es günstigere Preise für Kinder und Jugendliche oder kleinere Kinder sind ganz kostenfrei. Aber würdet Ihr diese Attraktionen überhaupt ansteuern, wenn Ihr keine Kinder hättet? Teils, teils. Ich persönlich würde aber wohl eher mein Geld in schönen Restaurants liegen lassen als in Freizeitparks, Zoos oder Erlebnisbädern.

Grundsätzlich gibt es aber wirklich viele kostenpflichtige Angebote für Familien, die unglaublich ins Geld gehen.

Bergbahnen, Sommerrodelbahnen, Bootstouren, Fahrradmieten, Mit-mach-Angebote. Falls Ihr im Urlaub Haushaltsbuch führt, dann rechnet mal diese Aktivitätsposten zusammen. Es werden Euch die Ohren schlackern, so sehr summiert sich dieser Bereich des Urlaubs am Ende auf.

Tipp: Kinder von Anfang an nicht auf Dauerbespaßung trimmen. Waldabenteuer. Strandspaß. Ein Erwachsener unternimmt die ausschließlichen Kindererlebnisse. Microadventures.

Zusatzkosten: Von Reisebett bis Kühlbox

Vor allem beim ersten Roadtrip geht hier gleich mal ein ganzes Weihnachtsgeld drauf. Je nach Alter des Kindes könnt Ihr hier mit einem großen Posten rechnen.

Reisebett, ein autotauglicher Reisebuggy, eine Tragehilfe für die Allerkleinsten ist unterwegs fast unverzichtbar.

Ein Sonnenschutz fürs Auto

elektrische Kühlbox oder auch eine Picknickausstattung mögen auf Dauer Kosten sparen, gehen aber bei der ersten Reise ganz schön ins Geld.

Und was bei uns jedes einzelne Mail das Budget geschröpft hat: Beschäftigungsbücher, Spiele dund Hörbücher für unterwegs, damit den Mädchen im Auto nicht langweilig wird.

Tipp: Kostenlose Hörbücher über den Streamingdienst. Urlaubsgeschenke der Großeltern. Second Hand.

Wie Ihr besser planen könnt und flexibel bleibt

An allererster Stelle steht ein realistisches Budget. Teilt die Kosten auf in Kostenbereiche. Von Übernachtung über Aktivitäten bis hin zu Mobilität, Verpflegung oder auch Kleinigkeiten.

Erstellt Euch vor Beginn der Reise ein Online-Haushaltsbuch und gebt Euch Tagesbudgets, die Ihr unterwegs gewissenhaft einhaltet. Vergesst dabei aber Puffer für spontane Ausgaben nicht, es soll schließlich Spaß machen.

Habt Ihr eine ganz besondere Reise im Blick, die Ihr mit Euren Kindern erleben möchtet und diese ist einfach nicht verschiebbar? Es ist die letzte Reise mit Eurem Teenager, die noch einmal etwas mit Erinnerungswert sein sollt? Dann testet doch mal einen Kreditrechner. Vielleicht stellt Ihr fest, dass die monatliche Rate attraktiv ist und die Laufzeit ebenfalls. Und dann könnt Ihr ganz spontan Eure persönliche Traumreise antreten.

Bucht frühzeitig, um Frühbucherrabatte nutzen zu können. Vielleicht findet Ihr auch Cashback- oder Rabatt-Apps.

Plant eine gesunde Mischung aus kostenpflichtigen und kostenfreien Aktivitäten für unterwegs ein. Morgens eine lange Strandrunde, Abends ein Kinobesuch. An einem Tag Freizeitpark, am nächsten eine Waldwanderung mit Picknick. So gleicht Ihr teurere Tage mit kostengünstigeren aus und könnt Euch die hochpreisigen Erlebnisse gut leisten.

Am Ende zählt die Familienzeit, die Ihr zusammen erlebt. So werdet Ihr noch lange von Euren gemeinsamen Erinnerungen zehren. Ob es nun eine Wanderreise im Schwarzwald oder der große Roadtrip durch Laos und Kambodscha war.

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