Bloggen ist nicht alles

In der Bloggersphäre häufen sich derzeit Artikel zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten. Quasi reisend sein Geld verdienen. Oder auch im Urlaub arbeiten. Johannes Klaus hat mich mit seinem Artikel zu diesem „Digitalen Nomadentum“ nachdenklich gemacht. Er hinterfragt dabei verschiedene Aspekte dieses Vagabundierens. Und auch ich prüfe in meinem stillen Kämmerlein nach inzwischen 10 Monaten Bloggerdasein ebenselbiges. Exclusiv für Euch tue ich dies jetzt laut. Also schriftlich.

1. Ich liebe Schreiben

„Journalistin“. Dieser Beruf stand mit 19 auf meiner Liste möglicher Berufe. Ich habe mich dagegen entschieden. Unter anderem, um mir die Freude am Schreiben nicht zu nehmen. Gute Entscheidung für mich. So kann ich ohne Perfektionismus und auch mal hölzern daherformulieren. Ich will auch nicht so schreiben müssen, dass die Zugriffe steigen und Unternehmen Interesse an einer Kooperation zeigen könnten. Beziehungsweise „nicht die 312. Bucketlist und die 25 neuesten Arten, unterwegs Geld zu verdienen, suchmaschinenoptimiert getextet“, wie Johannes Klaus es in dem genannten Artikel auf den Punkt bringt.

2. Ich liebe Fotographieren

Goldener Schnitt, Belichtung, Tiefenschärfe, Motivwahl – Wenn ich fotographiere, tauche ich ganz in das Bild und die Komposition ein. Wenn ich für mich aufnehme und zunächst nicht für einen Blogartikel. Dann bin ich im totalen Flowgefühl.

3. Ich liebe Reisen

Neue Länder entdecken. Auch gerne „Länder sammeln“. Ich habe unglaublich Hummeln im Hintern, was Reisen angelangt. Aber wenn ich Lust auf Schwarzwald habe, will ich nicht denken müssen: „Boah! Nepal käme auf dem Blog jetzt aber echt besser.“ Denn natürlich möchte ich meinen Lesern auch spannenden Stoff bieten. Wenn ich denn schon schreibe. Aber ich reise letztendlich nur, um MICH glücklich zu machen (und vielleicht noch das Reisemäuslein).

4. Ich habe nicht immer gleichviel Lust am Bloggerdasein

Am Bloggen hängt viel dran. Vor allem Zeit. Artikel schreiben, Kontakte aufbauen und pflegen, Facebookposts, Google+, Twittern. Aber es ist ein Hobby. Da ist Zwang irrelevant. Ich tue, was ich will. Wann ich will.

Quintessenz:

Reisen, Fotographieren und Schreiben als Hobby war die letzten 35 Jahre meine Leidenschaft und wird es vermutlich bleiben. Wenn ich es weiter für mich tue. Ich möchte meine schreibende Freiheit bewahren. Ich habe einen Job, den ich mag und der mir finanziell das Reisen ohnehin ermöglicht. Wenn ich dabei einen exclusiven Einblick in ein Cockpit, eine Gratisübernachtung in einem schönen Hotel oder eine Ballonfahrt über Stuttgart bekomme: Umso besser. Was Ihr davon habt? Weiterhin ehrliche Artikel, die nicht für eine Suchmaschine oder ein Unternehmen geschrieben sind.

5 Kommentare zu “Bloggen ist nicht alles

  1. Hallo Chritstina,

    du sprichst mir aus der Seele. Ich finde da viele Parallelen zu meiner Blogger- und Reiseeinstellung. Nur für Pauschalreisen werde ich mich niemals erwärmen können – auch mit Kind nicht. Aber ich mag auch nicht die 100ste Bucketlist veröffentlichen und die Top 10 warum man irgendetwas tun oder lassen soll.
    Viel Spaß weiterhin mit Deinem erfrischenden Blog. Ich schaue gerne von Zeit zu Zeit bei Dir vorbei.
    Eva

    1. Hallo Eva,
      entschuldige die späte Antwort…ja, ich habe ja tatsächlich mal eine Art Bucketlist veröffentlicht. Ups. Allerdings kämpfen in mir auch immer der Wunsch danach, wirklich MICH zu zeigen und das vielleicht verständliche Bestreben, auch irgendwo bei Google gefunden zu werden miteinander. Ich habe diesen Blog begonnen, um mich auszudrücken, mitzuteilen, echt zu sein. Da wusste ich noch gar nicht, dass es sowas wie eine Reisebloggerszene gibt. Ich möchte für mich und meine Leser schreiben. Und hoffe einfach auf ehrliche (und halbwegs konstruktive) Rückmeldungen, wenn ich von meinem Weg abkommen sollte. Herzlichen Dank für das Lob und Deinen Kommentar. Denn das ist schließlich mein „Lohn“ für die Mühe. 🙂 Christina

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