Nachhaltiger Skiurlaub – geht das als Familie?

In den letzten Monaten war ich immer wieder damit konfrontiert, dass Bekannte, Kollegen und Freunde in schöner Regelmäßigkeit zu Ski-Openings, Ski-Freizeiten und sonstigen Events verschwunden sind. Auch Familien mit kleinen Kindern im Alter unserer Tochter. So fragen wir uns nun: Ist Ski-fahren nicht grundsätzlich wenig umweltfreundlich? Sollte man das als nachhaltig lebender Mensch nicht vom Reiseplan streichen? Kurz und knapp und hart vorweg: 100 Prozent nachhaltigen Skiurlaub gibt es nicht. Aber wer nicht auf Wintersport verzichten kann, dem ist es dennoch möglich, die Familienreise in den Schnee ökologisch bewusster zu gestalten.

Nachhaltige Skiausrüstung im Familienurlaub

Outdoorkleidung besteht klassischerweise zum Großteil aus Chemiefasern. Ich bin keine Chemikerin, aber dass viel fossiles Mineralöl zum Einsatz kommt, das habe auch ich verstanden. Der Abbau auf der Müllhalde lässt also sehr lang auf sich warten, wenn das entsprechende Kleidungssstück entsorgt wurde. Eine Lösung: Recyclingprodukte. Hier werden beispielsweise bei VAUDE alte PET-Flaschen einer neuen Bestimmung zugeführt. Noch besser: Recyclingfähige Kleidung, die durch Unternehmen nach dem Gebrauch zurückgenommen und dann erneut zu Kleidung verarbeitet wird. Wird unter anderem im Unternehmen Patagonia praktiziert. Und noch besser: Outdoor-Kleidung aus Naturmaterialien, wie beim Unternehmen Hess Natur. Am allerbesten: Wenn schon Skiausrüstung notwendig ist, diese am besten so gut pflegen, dass sie (fast) ein Leben lang hält. Am allerallerbesten: Skiausrüstung second hand kaufen. Gerade für Kinder, die die Ausrüstung ohnehin nicht lange nutzen, eine gute Wahl.

Nachhaltige Anfahrt in den Winterurlaub

Ein Großteil der Umweltverschmutzung eines Skiurlaubs entsteht durch die Anfahrt. Das bedeutet im ersten Schritt: Möglichst nahliegende Skigebiete abseits des Massentourismus wählen. Im zweiten Schritt: Mit möglichst vielen Mitfahrern im Auto unterwegs sein. Wir persönlich haben vor kurzem wieder angefangen, ein Mitfahrerportal zu nutzen. Je nach Größe des Autos oder Familie ist das gut machbar. Wir haben jedenfalls sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Im dritten Schritt: Vielleicht gar nicht erst mit dem Auto, sondern dem Zug anreisen und einen Gepäckservice nutzen.

Nachhaltige Skigebiete für Familien

Was sind nachhaltige Skigebiete? Man sollte vor allem darauf achten, dass sie kleiner sind, nicht künstlich beschneit werden, ein Umweltmanagementsystem installiert haben, vielleicht sogar autofrei sind und möglichst die natürliche Umgebung für den Verlauf der Pisten genutzt haben. Haltet mich für naiv, aber ich persönlich habe gerade erst gelernt, dass zur künstliche Beschneiung Bakterien genutzt werden, die der Umwelt schaden. Aber woran kann man erkennen, dass ein Umweltmanagementsystem installiert wurde? In der Schweiz haben sich beispielsweise 28 Ferienorte zu den „Alpine Pearls“ zusammengeschlossen. Es wird regenerative Energie genutzt, die Orte sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, es wird auf künstliche Beschneidung verzichtet. Vor allem für Kinder sind kleine Skigebiete als Anfänger ohnehin gut geeignet. Wer als Stuttgarter die lange Anfahrt vermeiden möchte und kleine Skigebiete nutzen möchte, sollte hier mal einen Blick riskieren.

Nachhaltiges Verhalten im Schneeurlaub

Nachhaltiges Verhalten bedeutet zum Großteil, Tätigkeiten nachzugehen, die kein CO2 verbrauchen und keinen Einschnitt in die Natur bedeuten. Demzufolge lässt sich sagen, dass die Art des Wintersports hier einen großen Einfluss hat. Liebe ich die rasante Abfahrt nach der Nutzung eines Lifts, habe ich einfach die schlechtesten Karten. Nachhaltiger sind da Schneeschuhwanderer und Langläufer unterwegs. Auch die Unterkunft hat einen großen Einfluss. So sind kleinere Pensionen großen Hotelbunkern vorzuziehen. Und mit umweltfreundlichen Siegeln wie Viabono, Biohotels oder der blauen Schwalbe ist man auf der sicheren Seite. Daneben ist hoffentlich jedem klar, dass man auf Pisten bleiben sollte, keinen Müll in der Natur entsorgt, nur dicke und dichte Schneedecken befährt und sich in der Natur ruhig verhält. Leser dieses Blogs kommen hoffentlich auch nicht auf die Idee, Helikopter im Skiurlaub zu buchen…

Welche Ideen und Tipps habt Ihr zur Planung eines nachhaltigen Skiurlaubs für mich?

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