Märzgedanken: Maskenskandal, Bärlauchparadies und jetzt ist das Leben

Fernsehen an und vom Kopfschütteln schwindelig werden. Was für eine himmelschreiende Dreistigkeit sich um das Thema Masken – und nicht nur das – ausbreitet wie ein Geschwür. Vetternwirtschaft. Summen für kurze Telefonanrufe und Gefälligkeiten, die das gemeine Volk in vielen Jahren nicht als Gehaltseingang verbuchen kann. Verwundert und erschreckt lesen wir von neuen Hiobsbotschaften. Wir lesen von Aserbaidschan. Verbandelungen in die Pharmaindustrie. „Beratertätigkeiten“. Postengeschachere. Was können wir da tun als nur erstaunt die Augen reiben und uns hilflos fühlen?

Ich kann hier laut schreiben, dass mich Verhaltensweisen von Löbel, Nüßlein, Streeck, Spahn & Co. deutlich gesagt ankotzen. Mich das fehlende Verantwortungsgefühl mit Abscheu auf diese Männer blicken lässt. Aber allein das macht bitter, das bin ich mir selbst schuldig, dass es dabei nicht bleibt.

Selbst Gutes tun. Das ist einer der Schlüssel, oder? Und daneben meine Verantwortung als Mutter: Meine Kinder zu besseren Menschen zu erziehen. Der Ausdruck „gutes Herz“ hat in unserer Familie eine lange Tradition. Was wohl Ihre Mütter über sie denken, liebe Herren? Haben Sie wohl ein „gutes Herz“? Denn hier geht es nicht darum, was strafrechtlich „so gerade noch geht“. Es geht um Moral, Ehrlichkeit und Verhältnismäßigkeit.

Kick-Off ins Kräuterjahr 2021

Eigentlich etwas missverständlich. Denn die Natur schläft nie. Den ganzen Winter hindurch bieten hartgesottene Pflänzlein der Kälte ihre Stirn. Aber gefühlt startet für mich persönlich die Wildpflanzensaison mit dem Bärlauch. Mit der Freude über Buschwindröschen und Scharbockskraut.

Wie jedes Jahr genieße ich die ersten Male Kräutersammeln ganz besonders. Mit dem Soundtrack der Frühlingsvögel im Ohr, sanften Sonnenstrahlen im lichten Wald und der Ruhe in der Natur hat das auf mich eine ähnlich beruhigende Wirkung wie Yoga. So dankbar für unsere 4 Jahreszeiten. Dieser Wechsel von Winter zu Frühling. Ist das nicht faszinierend?

Neue Pflanzen kennen lernen. Mehr über Wirkung und Nutzen erfahren. Bisher unbekannte Verarbeitungsarten für Küchenkräuter ausprobieren. Das ist mein Zen. Und passt tatsächlich famos zum Laufen. Erst Joggen. Und am Ende der Laufrunde eine Handvoll Kräuter aufgabeln. In meinem Hinterkopf sprießt wieder langsam der Gedanke an eine Kräuterausbildung. Seit meinem ersten Kräuterkurs mit 16 Jahren keimt immer wieder der Wunsch danach auf.

Jetzt ist das Leben

Wann endlich liegen die Inzidenzen unter irgendeinem scheinbar willkürlich gewählten Wert? Wann endlich öffnen Friseure, Kinos, Außengastronomie, Tierparks und Konzerthallen? Wann endlich ist Deutschland „durchgeimpft“?

Interessant ist das alles ja und natürlich freue ich mich enorm auf die ganzen bisher leider ausgefallenen Konzerte. Auf Treffen in größeren Gruppen. Und hoffe sehr, dass unsere geplanten Reisen dieses Jahr stattfinden können.

Aber genau jetzt leben wir. Jetzt können wir unsere Familie in den Arm nehmen. Lebensentscheidungen treffen, die wir ohne die Einschränkungen vielleicht nicht gewagt hätten. Jetzt können wir kündigen. Schwanger werden. Heiraten. Uns trennen. Gesünder und umweltbewusster leben. Eine neue Ausbildung starten. Ein Ehrenamt. Ein Instrument lernen. Eine Sprache. Eine Liebe gestehen. Uns Zeit für ein lange gewünschtes Hobby nehmen. Von ungesunden Verhaltensweisen Abstand nehmen. Sport treiben. Umziehen. Zu einer besseren Version unserer Selbst werden. So wie WIR eigentlich sein WOLLEN – ohne Selbstoptimierungswahn und Blick von außen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr das Leben in guter Balance voll auskosten könnt. Zu jeder Zeit.

2 Comments

  1. Liebe Christina! Wie immer sprichst Du mir sowas von aus der Seele und nun ist mir vor lauter Kopfnicken schwindelig. Unsere Osterferien habe ich mental abgehakt und dabei wollten wir nur in die Pfalz. Aber wir leben hier und jetzt und wer weiß schon was morgen ist? Machen wir es uns also zum xxten Male hier schön, entdecken die Umgebung, sammeln Bärlauch und genießen den Frühling. Über den Rest darf man sich gerne auch mal laustark beschweren, sonst geht es immer so weiter und es ändert sich nichts. Aber der Fokus muß auf unserem positiv gestalteten Alltag liegen, um den ganzen Quatsch zu überstehen. Vielleicht wird das ja ein dauerhafter Zustand und dann ist Resilienz mit Sicherheit die beste Strategie. GlG, Nadine

    1. Danke für Deinen tollen Kommentar, liebe Nadine. Absolut. Laut sagen, was nicht stimmt und dennoch positiv fokussieren. Dieses „Coronanormal“ annehmen und sich auf das besinnen, was wichtig und möglich ist. Und das ist viel. Auf dass vielleicht Euer nächster Urlaub etwas wird. Herzliche Grüße, Christina

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