Sicherheit im Urlaub mit und ohne Kind: Mein persönliches und etwas peinliches Resümee

Sicherheit im Urlaub: Was heißt das eigentlich? Bevor ich Mutter war, habe ich mich nur einen Bruchteil der Zeit mit Sicherheit im Urlaub auseinandergesetzt, wie ich es nun tue.

Ich habe meinen Rucksack gepackt, über Impfungen (fast) nie nachgedacht, keine Reiseapotheke in Erwägung gezogen und auch ansonsten war ich doch recht unbedarft. Meine 3 Mädels, mit denen ich nach dem Studium ein halbes Jahr durch Asien, Australien und Neuseeland gezogen bin, können davon ein Liedchen singen. Denn jetzt kommt der Klopper: Ich war nicht einmal im Besitz einer eigenen Kreditkarte. Mancher könnte es als vertrauend bezeichnen, ganz ehrlich: Ich nenne es heute leichtsinnig. Aber wie man es dreht und wendet. Seitdem hat sich viel verändert, was mein Sicherheitsbedürfnis anbelangt. Ein Resümee und ein Vergleich.

Sicherheitsvorbereitungen mit und ohne Familie!

Eine kurze Vorbemerkung ist mir wichtig: Ich heiße mein früheres Verhalten in einigen Fällen keineswegs gut. Ich möchte auch sicherlich nicht damit „prahlen“. Ich stelle hingegen positiv fest, was das Alter, die Erfahrung und auch die Verantwortung als Eltern bewirken können. Darüber bin ich froh und dankbar.

Sicherheit ohne Familie: Kriminalität, Absicherung und Krankheiten auf Reisen

  • Impfungen: Kaum drüber nachgedacht. Spontan in Australien dann doch für Südostasien noch geimpft
  • Reiseapotheke: Was ist das? Ich glaube, ich habe nicht einmal ein Pflaster im Rucksack stecken gehabt
  • Essen: Sieht lecker aus. Ess ich. Der Wahlspruch „Peel it! Boil it! Or Forget it!“ Nun ja, so halbherzig. Ich erinnere mich dunkel an Durchfall und Verstopfung abwechselnd in Israel…
  • Sonnenschutz: Hüstel, Nicht nur in Schweden trug ich sogar ohne Kleidung einen weißen Badeanzug auf roter Haut.
  • Sicherheit im Straßenverkehr: Auf der Ladefläche eines Pickups über Sandpisten in Paraguay, wer braucht schon Gurte?
  • Kriminalität: Wer nachts durch zwielichtige Viertel in Amsterdam streift, ist einfach selbst schuld. Ich vergesse zumindest niemals die Nadel eines Fixers, die bedrohlich nah an meinem Hals schwebte.
  • Versicherung: Ich setzte mich damit selten auseinander. Ich hoffte einfach, dass alles schon gut werden würde.

Sicherheit mit Familie: Sonnenschutz, Autofahrten und Gesundheitsvorsorge im Urlaub

  • Reiseapotheke: Allein die Reise nach Umbrien vor kurzem löste diese Gedanken zur konventionellen Reiseapotheke und homöopathischen Reiseapotheke bei mir aus. Zumindest informierte ich mich ausführlich in der Apotheke und fühle mich seitdem auch viel sicherer.
  • Sonnenschutz: Eigentlich ein Unterpunkt der Reiseapotheke und doch gesondert erwähnenswert. Wir sind doch recht penibel, was den Sonnenschutz unseres rothaarigen Mädels anbelangt. Und man muss ja dann auch mit gutem Vorbild vorangehen, oder?
  • Kriminalität: In Estland, Umbrien, La Gomera und an anderen Orten, an denen wir als Familie derzeit eher friedliche Natur bevorzugen vermutlich noch weniger eine Gefahr als am Heimatort.
  • Versicherung: Jawoll! Zumindest Krankenversicherung. Reiserücktritt je nach Reise und Reisepreis auch.
  • Sicherheit im Straßenverkehr: Wir fahren inzwischen sogar ein Auto, dass von allein bremsen kann, wenn es sein muss. Sagt alles, oder?
  • Essen: Gut, wir haben bisher unsere Tochter noch nicht in Regionen geführt, in denen der oben genannte Wahlspruch „Peel it! Boil it! Or forget it!“ notwendig wäre. Aber ich bin mir dessen bewusst, dass ein kleiner Körper viel mehr zu schützen ist als eine erwachsene Person. Abgesehen davon bin ich mir – ich sprach es ja bereits an – meiner großen Verantwortung sehr wohl bewusst.
  • Impfungen: Puh. Baustelle. Unsere Tochter verfügt über ein sauber geführtes Impfbuch. Wir selbst allerdings. Da besteht leider derzeit Handlungsbedarf…

Auf ein sehr interessantes und vor allem auch kostenloses E-Book „Ratgeber Kindersicherheit für Babys und Kleinkinder“ bin ich gerade erst gestoßen. Unterteilt ist das 82 Seiten lange Werk in die Kapitel „Zuhause mit Baby – der babysichere Haushalt“, „Unterwegs mit Baby – sicher schlafen und transportieren“, „Mobiles Kleinkind – Die Welt sicher entdecken“, „Zuhause mit Kind – Kinder in der Welt der Medien“ und „Unterwegs mit und ohne Kind – Loslassen ist schwer“. In knappen Tipps und Checklisten ist wirklich jedes Thema, das für die Sicherheit des Nachwuchses wichtig ist, abgedeckt. Absoluter Lesetipp für werdende und erfahrene Eltern.

Welche Themen fallen Euch im Bereich „Sicherheit auf Reisen als Familie“ noch ein? Bemerkt Ihr einen Unterschied in Eurem Verhalten, seitdem Ihr die Verantwortung für Euren Nachwuchs tragt? Oder wart Ihr im Gegensatz zu mir immer schon verantwortungsbewusste Menschen? 

3 Kommentare zu “Sicherheit im Urlaub mit und ohne Kind: Mein persönliches und etwas peinliches Resümee

  1. Kommt mir bekannt vor. Sicherheit ist der Überbegriff für die Gründe, wieso wir unsere Elternzeit in Europa verbrachten und uns schlussendlich sogar gegen das Fliegen entschieden haben.
    Ein neues, größeres Auto haben wir auch, aber mehr wegen dem Komfort als wegen der Sicherheit. Bremst auch nicht alleine 🙁

    Liebe Grüße,
    Marc

  2. Hahaha…..ja, wie sich die Zeiten doch ändern. Ich seh mich auch noch mit Mitte 20 auf nem Militär-Pick-Up zwischen nem Haufen malaischer Soldaten sitzen. Den Rucksack zwischen meinen Beinen. Und selbstverständlich mit kurzer Hose. Was ich mir dabei gedacht habe? Keene Ahnung. Auf Impfungen und ein gut gefülltes Medizin-Kit habe ich aber schon immer geachtet. Trotzdem sind wir bei manchen Dingen immer noch relativ locker. Zuhause achten wir z.B. penibelst auf angeschnallte Kinder in Hightech-Kindersitzen. Auf Reisen sitzen die aber schon mal mitunter 2 Monate lang unangeschnallt in nem thailändischen Mietwagen neben uns. LG/ Nadine

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