Welche Kanarische Insel ist für uns geeignet?

*Werbung* In vielen Artikeln der „Reisemeisterei“ findet Ihr (hoffentlich) hilfreiche Infos zu Familienreisen auf die Kanarischen Inseln. Angefangen bei Wanderungen, einer Auswahlhilfe für die richtige Reisezeit, Rezensionen von Reiseführern und Reiseberichten. Auch unsere Odyssee von 13 Stunden Flugverspätung mit 5-Monats-Baby und anschließendem Gerichtsverfahren habe ich ausführlich geschildert. Immer wieder packt uns die Sehnsucht nach den Inseln vor der Küste Afrikas. Und regelmäßig beschäftigen wir uns damit, welchen Charakter welche Insel aufweist. Beziehungsweise welcher Menschentyp zu welcher Insel passt. Deshalb heute für Euch ein Überblick über die verschiedenen Besonderheiten einiger Inseln. Oder auch: Welche Kanarische Insel ist für uns geeignet?

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Welche Kanarische Insel ist für uns geeignet?

La Gomera: Die Alternative

La Gomera ist nach El Hierro die zweitkleinste der Kanarischen Inseln. Und für Familien, die eine aufwändige Anreise eher scheuen sei vorab gesagt: La Gomera ist nur per Fähre über die 38 km breite Meerenge erreichbar. Zielflughafen ist Teneriffa Süd. Alternativ lässt sich ein Inlandsflug von Teneriffa aus dazu buchen.

Wer allerdings diesen kleinen Extra-Aufwand nicht scheut, wird mit einer wunderschönen Landschaft aus schroffen Vulkanfelsen, grünen Lorbeerwäldern und paradiesischen Buchten belohnt. Der Nationalpark Garajonay mit seiner höchsten Erhebung, dem 1487 m hohen Berg Garajonay, ist für seine Vegetation weltberühmt und von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Zwei große Brände fügten dem Nationalpark allerdings großen Schaden zu. Die schwarzen Baumskelette an vielen Stellen erschreckten uns regelrecht.

Typisch für La Gomera: Die Hippievergangenheit. Über einen langen Zeitraum lebten Kommunen in Höhlen in der Schweinebucht. Vor allem im Valle Gran Rey lassen sich auch heute noch Aussteiger nieder. Die „lange-Haare-Männer-Dichte“ ist schon auffällig. Diese Gegend im Süden La Gomeras ist vor allem wegen seines flach abfallenden Strandes und der günstigen Infrastruktur bei Familien beliebt. Die dort ansässige ökologische handelnde Whalwatching Station Oceano Whale Watching können wir auch mit Baby sehr weiter empfehlen.

Welche Kanarische Insel ist für uns geeignet?

Teneriffa: Die Beliebteste

Teneriffa ist nicht nur die größte, sondern auch die bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln. Genau das Richtige also für Familien, die Abwechslung, auch mal eine größere Stadt, Roadtrips schätzen. Von klassischem Badeurlaub an goldenen (Achtung: Aufgeschütteter Sand aus Afrika, schließlich ist auch diese Insel vulkanischen Ursprungs) Stränden bis hin zu anspruchsvollen Wanderungen im Anagagebirge im Norden reicht die Palette. Surfer werden in Santa Cruz de Tenerife ihre Wellenmeister finden. Und wer zu Erlebnisparks neigt, wird vermutlich den Loro Park oder den Siam Park aufsuchen.

Eure Familie liebt Wintersport? Österreich, Italien, Schweiz und Süddeutschland stehen dann vermutlich am ehesten auf Eurer Agenda. Beim Stichwort „Kanarische Inseln“ scheinen Themen wie Badeurlaub oder Wanderurlaub einfach nahe liegender. Weit gefehlt. Die Kanareninsel Teneriffa verfügt tatsächlich auch noch über ein Skigebiet. Das Teide Ski Resort. Am höchst gelegenen Punkt der Insel – der Teide ist ganze 3718 m hoch – findet sich also nicht nur eine bizarre Mondlandschaft und ein grandioses Wandergebiet. Auch auf ein oder zwei Brettern lässt sich die Region erkunden.

Dieses weitreichende Angebot trägt wohl auch dazu bei, dass Teneriffa mit Abstand die größte Anzahl an Touristen anzieht. 4,21 Millionen allein im Jahr 2015.

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Gran Canaria: Die Abwechslungsreiche

Wir selbst haben Gran Canaria noch nicht besucht. Wenn ich an Teneriffa denke, dann kommt mir dennoch gleich auch Gran Canaria in den Sinn. Eine ähnliche Größe. Die Touristenzahlen liegen mit 3,27 Millionen Besuchern nur knapp dahinter. Bei Deutschen liegt diese Insel sogar unangefochten an der Spitze. Und auch die Tendenz zum Massentourismus ist im Süden der Insel ähnlich ausgeprägt. Ich tue dieser Insel sicherlich etwas Unrecht damit.

Deutlicher als auf Teneriffa scheint hier der Abwechslungsreichtum im Klima zu sein. Es werden 14 Mikroklimazonen gezählt. Die dann auch entsprechend unterschiedliche Flora und Fauna beherbergen. Lorbeerwälder. Halbwüsten. Kiefernwälder. Kakteen. Die Hauptstadt Las Palmas ist vom Charakter her „hauptstädtischer“ als die großen Städte Teneriffas. Für das Herumkommen bietet sich sich ein fahrbarer Untersatz an. Möglichst ein Mietwagen. Las Palmas oder der Hafen scheinen dafür die besten Ausgangsorte zu sein. Grundsätzlich ist Gran Canaria bei Familien ähnlich beliebt wie Teneriffa. Dazu findet sich viel Partyvolk und eine Szene für homosexuell orientierte Menschen.

Welche Kanarische Insel ist für uns geeignet?

El Hierro: Die Ruhige

Mit 39,73 Einwohnern je Quadratkilometern ist El Hierro mit Abstand nicht nur die kleinste sondern auch die am dünnsten besiedelte Insel der Kanarischen Inseln. Zum Vergleich: Auf Gran Canaria leben 531 Einwohner je Quadratkilometer. Dazu kommt, dass auch diese Insel nur per Fähre – oder alternativ durch einen Inlandsflug – erreichbar ist. Es sagt viel aus, dass bis in die 1960er Jahre nur einmal wöchentlich ein Postschiff anlegte. Pauschaltourismus sucht man vergebens.

Wer große Abwechslung braucht, wird nicht fündig werden. In der Antike galt die Insel sogar als westlichstes Ende der Welt. Klarer kann man Abgeschiedenheit wohl nicht definieren. Was man NICHT auf El Hierro findet, ist jetzt klar. Aber aus welchen Gründen sollte eine Familie diesem abgelegenen Eckchen einen Besuch abstatten? Eine schlichte Antwort: Wo Menschen und Infrastruktur rar sind, breitet sich Natur aus. Und bleibt Natur erhalten. Die Küste bleibt von der Verschandelung durch Hotelbunker verschont. Wer Ruhe sucht, wird sie hier eher finden als auf den dicht besiedelten Kanarenschwestern. Tendenziell zeigt sich diese Insel als geeignet für Familien mit größeren Kindern. Für Vogelkundler, die sich an vom Aussterben bedrohten Arten erfreuen. Für ökologisch Orientierte. Und Taucher.

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La Palma: Die Grüne

Ähnlich wie La Gomera und El Hierro ist auch La Palma kein Ziel für den Massentourismus. Nur 1% der gesamte Touristen der Kanarischen Inseln findet seinen Weg nach La Palma. Den Ruf als Wanderinsel trägt sie zu recht vor sich her. 40% der Insel sind mit Wald bedeckt und der vulkanische Ursprung ist an viele Stellen durch das recht junge Alter der Insel gut sichtbar. Durch die noch stark vorhandene vulkanische Bodenstruktur, die an sich sehr fruchtbar ist, finden sich viele endemische Pflanzenarten. Wer also zusätzlich an Botanik interessiert ist, wird hier glücklich werden.

Als wir mit unserem Babymädchen damals unsere Reise nach La Gomera und Teneriffa planten, warf Sven immer wieder La Palma in die Waagschale. Und ich kann es ihm nicht verdenken. Mit unserer damals 5 Monate alten Tochter wären Wanderungen in der Trage gut möglich gewesen. Dementsprechend würde ich diese Insel mit gerade herumtapsendem Kleinkind eher meiden und dann eine Reise dorthin auf den Zeitpunkt verschieben, wenn Kinder im Wanderalter sind.

Und was ist mit Fuerteventura und Lanzarote?

Fuerteventura und Lanzarote gehören für mich durch ihren gänzlich anderen Charakter in eine andere Kategorie und haben bisher noch nicht mein Interesse geweckt. Wer weiß, vielleicht kommt das ja noch? Wenn es soweit sein sollte, findet Ihr dann auf der Reisemeisterei sicherlich eine Einstufung auch dieser nördlichen und recht flachen, kargen Kanarischen Inseln.

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