Die besten Geschichten schreibt das Leben: Was in der Blogpause geschah…

Manchmal muss man abtauchen. Abstand gewinnen. Wieder klar sehen lernen. Wenn das Leben vorbeirauscht und nicht mehr Leben sondern Funktionieren bedeutet. So geschehen vor meiner Blogpause im Sommer. Ich schrieb damals davon, dass die Zeit zwischen 30 und 40 auch die “Rushhour” des Lebens genannt wird. Alles passiert hier gleichzeitig: Kinder, Karriere, Haus. Oder so ähnlich. Auch wenn die Motivation schier unbegrenzt ist, die Kraft ist nicht unerschöpflich. Was aber habe ich in der Blogpause erlebt? Was gelernt? Hier eine unvollständige Gedankensuppe.

Reisen ohne Fotos

Was ich wieder gelernt habe: Wie gut das reine Reiseerleben ohne Kamera im Anschlag tut. Sich nicht auf der Suche nach einem super Motiv befinden. Sondern im Hier und Jetzt und im Reisegefühl. Das klappte in Tirol Ende August alles andere als gut. Da sehnte ich mich nur nach einer Decke über dem Kopf und hatte wenig Interesse am Erkunden fremder Umgebungen. Schade um die wunderschöne Landschaft und meine Reisebegleitung. Aber dann. Eine Situation Mitte September werde ich nicht vergessen: Mit meinem Schwesterlein und meiner Freundin Sandra hoch oben beim Aufstieg auf den Tegelberg im Allgäu. Ein Ausblick zum Niederknien, dass sich pures Glücksgefühl in meiner Brust ausbreitet, das Reisen mit zwei meiner wichtigsten Menschen erleben zu dürfen. Und dann ein echtes Bedürfnis, diesen Anblick festhalten zu wollen. Nur für uns. Positiver Nebeneffekt des Abstands vom Blog: Eine unbändige Vorfreude auf unsere kleine Elsassreise.

Ankommen im neuen Zuhause

Anfang des Jahres tauschten wir coole Altbau-Großstadt-Wohnung gegen Häuschen auf dem Lande. Für mich, die im Alltag Konstanten liebt und braucht, eine echte Krise. Die ersten Monate dachte ich fast täglich daran, dem Dorf den Rücken zu kehren. Die Rahmenbedingungen stimmten ja eigentlich: Nette Nachbarn, Kita passt, Strecke in die Stadt machbar, Freunde trotz allem nicht weit, Haus schön, Ort perfekt. Dennoch brauchte das neue Lebenskleid einfach, bis es passte. Und auch jetzt zwickt und zwackt es manchmal. Aber solche Situationen wie der Moment, als ich mit unserem Nachbarsmädchen bei einem Übernachtungsbesuch im Dunkeln Geschichten zum Einschlafen erzähle. Ein kurzer Plausch vor dem Haus. Die Dankbarkeit für die Ruhe um uns herum. Oder einfach das einsetzende Gefühl der Normalität. Das tut verdammt gut. Und geht leichter, wenn man nicht die Hälfte seiner freien Zeit mit dem Kopf im Blog steckt. Ich habe wieder einmal gelernt: Zeit heilt Wunden. Auch den Abschiedsschmerz.

Freunde treffen statt Social Media

In den letzten Jahren hat sich meine Anwesenheitszeit auf den Sozialen Netzwerken konstant erhöht. Nicht privat, sondern als Reisemeisterei. Ich erinnere mich gut, als mir Jenny von Weltwunderer mitteilte, dass ich in ihren Augen einer der besonders aktiven Social-Media-Menschen sei. Das stimmt sehr wohl und zwar, weil ich dachte, dass es meine Pflicht als gute Bloggerin sei. Dass es fehlende Wertschätzung sei, wenn ich nicht immer im Blick behalte, was meine Mitblogger gerade beschäftigt. Dass Antje von Meehr-erleben beispielsweise gerade einen Artikel mit Tipps für Familien auf Mallorca veröffentlicht hat. Oder Susanne von Geborgen wachsen ganz aktuell ein Familienbett für 5 Personen konstruiert. Und dass es auch meine Pflicht als gute Kooperationspartnerin ist, häufig meine eigenen gesponsorten Artikel zu posten. Ich habe das Verhältnis Freunde treffen und Social Media wieder ins richtige Maß gebracht. Wenn mein Handy jetzt bimmelt, dann sind das nur noch meine privaten Freunde und dank fehlender Apps keine Social Media-Benachrichtigungen.

Sport machen statt Rechnerhockerei

Ich schreibe nicht umsonst als Untertitel unter “Reisemeisterei”: “Nachhaltiges und aktives Reisen als Familie”. Ich mag Bewegung und fühle mich dabei lebendig. Das ist in den letzten Monaten seit dem Umzug zu kurz gekommen. Ich habe die Blogfreie Zeit genutzt und bin wieder aufs Rad gestiegen. 20 km einfacher Weg ins Büro pusten den Kopf frei und machen fit. Dass ich Radunfallbedingt gerade wieder pausieren muss, steht auf einem anderen Blatt. Kommt Zeit, kommt Rad.

Und ansonsten habe ich…

…die Zeit mit meinem Liebsten sehr genossen

…das Haus weiter eingerichtet

…eine Mutter-Kind-Kur beantragt

…gepuzzelt, geturnt, gesungen, gelacht, geschimpft, gebastelt, gekuschelt, getanzt, gebacken und gekocht (Ist 3 nicht ein tolles Alter?)

…einen Sprint nach dem anderen hinter dem Laufradmädchen her gestartet

…meinen Hauptberuf wieder schätzen und gern machen gelernt

…endlich die Steuererklärung in Gang gebracht

…eine Blogüberraschung für die Weihnachtszeit vorbereitet

….endlich wieder ein Buch gelesen

Ich freue mich, wieder bei Euch an Bord zu sein und kann eine Blogpause nur jedem empfehlen!

18 thoughts on “Die besten Geschichten schreibt das Leben: Was in der Blogpause geschah…”

  1. Hallo Christina,

    schön das du wieder schreibst, ich habe deinen Blog immer gerne verfolgt und werde es weiterhin tun. Ich mag viele deiner Artikel und freu mich immer wenn es was neues zu lesen gibt. Wie oft man etwas schreibt ist da völlig egal. Hauptsache es macht Spaß und man setzt sich selbst nicht unter Druck. Ich blogge auch immer sehr unregelmäßig. Machmal Wochenlang gar nicht und dann 2-3 Artikel in einem Monat.

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim bloggen
    Christian

    1. Hallo lieber Christian, ich weiß Deine Treue sehr zu schätzen. Du machst es richtig, wie soll man auch einen langen Atem haben, wenn man sich verausgabt? Ich denke, hier muss man gut unterscheiden zwischen denen, die das komplett als Hauptberuf betreiben und denen, die parallel noch Job und Familie unter einen Hut bringen müssen. Liebe Grüße,
      Christina

  2. Liebe Christina, ich freue mich sehr, dass Du wieder da bist. Und noch mehr freue ich mich für Dich, dass Du die Zeit für die schönen analogen Dinge des Lebens genutzt hast. Das klingt so lebendig. Egal wie oft Du bloggst, twitterst oder was auch immer, ich lese Deine Beiträge einfach gerne. Der Inhalt zählt für mich, nicht die Masse. Liebe Grüße von Ines

  3. Liebe Christina,
    ich kann dir nur beipflichten! Ich habe – arbeitsbedingt – eine Sommer-Blog-Pause eingelegt und freue mich jetzt wieder darauf, den Blog mit Inhalten zu füllen. Aber manchmal muss man einfach hinterfragen, was wirklich wichtig ist und was nicht – und darauf achten, dass man sich nicht zu sehr in den “Höher-Schneller-Weiter”-Strudel begibt, und sich dabei selbst verliert. Das kann nicht der Sinn des Bloggens sein! :-)

    1. Hallo, liebe Eva, ich habe eher das Gefühl, dass wieder rausgekommen ist, was in den letzten Monaten verschüttet war. Also eher ein automatischer Prozess. Abgesehen davon: Zu was man alles kommt, wenn man NICHT bloggt. Echt erstaunlich…

  4. Bloggen ist nicht alles, da pflichte ich dir absolut bei.
    Dank Spike darf ich 3x täglich ohne Knipse, ohne Handy, nur mit Haustürschlüssel bewaffnet raus. Ganz selten nehme ich da mal meine kleine Kompakte mit.
    Tolle Fotos, na ja die werden oder werden nicht. Beim wandern steht mir der Sinn nicht nach Blogartikel schreiben, dort schalte ich ab und genieße diese Zeit in der Natur, deshalb erinnere ich mich auch nicht an jeden Gedanken den ich hatte, wenn ich zu schreiben beginne.

    Mir erschien dein Aktivitätslevel auch sehr hoch, gerade mit Blick auf das wunderschöne Alter deiner Tochter. So viel Entwicklung in ganz kurzer Zeit erlebt Mutter mit Kind nicht wieder.

    Nun schaue ich gespannt auf deine künftigen Tätigkeiten und was sich verändert hat. Hält es an, das Bedürfnis nach Privatleben? Das Leben ist manchmal so verflixt schnell!

    Leibe Grüße und viel Erfolg für deine Zukunft, wie sie auch immer ausschauen mag
    Elke

  5. Liebe Christina,

    danke für Deinen ehrlichen Artikel! Es erleichtert mich zu “hören”, dass auch andere es durchaus als Last empfinden immer großartige Fotos zu machen – für den Blog. Wir sind vor 10 Tagen aus Istanbul zurück und da schoss mir die Frage durch den Kopf: wie wäre die Stadt ohne “guten Bilderdruck”?
    Ich schliesse mich auch beim Thema der Zeit für Social Media Dir und Rene an. Ein für sich passsender Umgang muss gefunden werden.
    Ich freue mich Dich wieder zurück zu haben!

    Liebste Grüße,
    Gordana

  6. Schön, dass du wieder da bist! ;) Ich spiele immer nur sehr verhalten mit dem Gaspedal in meinem Blog, aus Angst, mich zu übernehmen. Ich denke, es ist ganz wichtig, die Dinge nicht zu überreizen, denn Bloggen muss Spaß machen. Sonst nützt es keinem. Hast du richtig gemacht. :)

    Liebe Grüße,
    Lena

    1. Liebe Lena, dann bist Du weiser als ich :-) Es muss zum eigenen Leben passen. Manche sind Singles ohne weitere Hauptjob mit 1-Zimmer-Appartement (oder ohne Wohnung gar). Klar, dass da mehr Zeit für den Blog vorhanden ist. Herzliche Grüße, Christina

  7. Prioritäten verschieben sich ziemlich schnell, sieht man ja bei dir. :) Muss man halt gucken was einem wichtig ist und was nicht. Du hast das Bloggen ja nicht komplett aufgegeben, sondern erstmal eine Pause gemacht und machst jetzt auf einem niedrigeren Niveau weiter.

    Ich versuche mich da gar nicht in diesen Strudel des “Überall-dabei-sein-müssen” hineinziehen lassen. Gerade Twitter kostet doch sehr viel Zeit, trotz der nur 140 Zeichen. Andererseits könnte ich auch etwas aktiver sein, was Social-Media angeht.

    Bei mir zum Beispiel ist es so, dass ich früher nicht so viele Fotos unterwegs gemacht habe und jetzt aber immer mehr diesen Fotoblick nach einem guten Motiv habe. Solange mir das Spaß macht und ich merke, dass ich es nicht übertreibe, mache ich auch so weiter.

    Das mit dem mehr Sport machen trifft aber auf viele zu. Deswegen versuch ich das ein bisschen mit dem Fotografieren zu verbinden, mit mäßigem Erfolg…^^

    Ansonsten gilt es immer eine Balance zu finden zwischen Bloggen und Privatleben. Das verschiebt sich immer wieder und manchmal ist diese Balance auch in Schieflage, aber das gehört auch dazu.

    Aber schön dich wieder Bloggen zu sehen. Vielleicht sieht man sich auch wieder auf der ein oder anderen Veranstaltung (BWjetzt oder Ironblogger).

    1. Hallo lieber René, danke für Deine guten Worte. Ja, Prioritäten sind sehr wichtig. Das stimmt. Und gerade der Blog kann ja auch die Lust zum Fotografieren anstacheln, das Maß ist das, was zählt. Übrigens sieht man mich eher selten bei BWjetzt oder den Ironbloggern. Das ist auch Teil meiner Entschleunigung ;-) Herzliche Grüße, Christina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.