Märzgedanken: Krieg, Weltfrauentag und Was Ihr Euch Gutes tun könnt

Nach meinem letzten persönlichen Artikel „Neujahrsvorsatz 2022: Play it again, Sam!“ wirds mal wieder Zeit ganz abseits von Reise- und Familientipps für mehr von Christina hier, glaube ich. Wer mir auf Instagram oder Facebook folgt, der kriegt den ein oder anderen Rant, politische Statements, Glücksausbrüche oder anderes Emotionale mit. Aber im Blog bin ich da etwas abgeschwächter unterwegs. Heute also eine kleine Runde persönlicher Einblicke. Nehmt Euch einen Kaffee und los geht es.

Russland, Ukraine und der Rest der Welt

Ein toxisch männlicher Machthaber mit einem Haufen Speichellecker um sich herum überfällt ein Land, dass er als „meins! meins! meins!“ betrachtet. Allein in diesem Satz steckt schon soviel drin, was schief läuft. Wer hat „Anspruch“ auf Länder? Wie selten dämlich ist überhaupt diese Idee von dem Abstecken von Grenzen? Andererseits: Wie provokant ist es, wenn man diesem Menschen zuvor versprochen hat, genau dieses Land nicht in seinen Staatenbund aufzunehmen, dann Beitrittsgespräche zu führen? Ein Haufen Situationen rund um „Du hast aber auch…“ wie die kleinen Kinder.

Normalerweise steige ich in aktuelle politische Situationen tief ein, informiere mich, höre Podcasts, lese fundierte Artikel. Tatsächlich kann ich das gerade einfach nicht. Die Frage ist, warum nicht. Weil es nah ist? Weil es uns wirtschaftlich und – Gott bewahre – vielleicht sogar persönlich betrifft? Weil es „westliche“ Menschen, Europäer, und nicht „irgendwelche“ Afghanen sind? Wie dem auch sei. Bis die Tagesschau gelaufen ist, lege ich gerade mit den Kindern lieber eine Yogasession ein, scrolle nicht durch Timelines, sondern lese als bessere Alternative ein Buch. Gucke keine Sondersendungen, sondern spaziere stattdessen durch die Natur. Was hilft es der Ukraine, wenn ich „mitleide“? Rein gar nichts. Was hilft: Empathisch sein und aktiv werden. Und so haben auch wir gespendet, gebetet, demonstriert und übermorgen geht ein Paket auf den Weg. Was ist Euer Weg, mit der Situation umzugehen?

Weltfrauentag

Heute erwischt Euch aber die volle Politikpackung hier, oder? Anstatt wie heute auf Instagram einen kleinen Rant von mir zu geben in den Storys, erwartet Euch stattdessen jetzt eine kurze knackige Fortbildungseinheit zum Thema.

Seinen Ursprung hat der internationale Weltfrauentag in den USA (Stichwort: Sufragetten, die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen), der dort am 28. Februar 1909 gefeiert wurde. Dort wie auch in Europa am 19. März 1911 gab es ein ganz zentrales Thema: Das Frauenwahlrecht. Vor allem die deutsche Sozialistinnen Clara Zetkin und Käthe Duncker forcierten hier die Einführung dieses Tages. International und revolutionär, so sollte der Charakter von Anfang an sein. Während der Kriegsjahre war der Weltfrauentag verboten, wurde nur im Geheimen begangen und war ein Zeichen des Widerstandes. Stattdessen wurde der „Muttertag“ initiiert, der dem Idealbild der Frau und Mutter im Nazireich eher entsprach.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Frauentag zwar sowohl in der DDR als auch in der BRD wieder offiziell begangen, allerdings sehr verwässert. In der DDR führt die Sowjetische Besatzungszone den Tag ein, um ihm den Charakter einer sozialistischen Veranstaltung – eine Art „sozialistischer Muttertag“ zu geben und erst in den späten 1980er Jahren etwas abgemildert. In der BRD hingegen zeigte er sich allgemein als Friedensveranstaltung.

Erst seit den 1990er Jahren erlangt der internationale Frauentag wieder annähernd seine ursprüngliche Bedeutung. Mit unterschiedlich gelagerten Schwerpunkten rund um die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft rückt er Fragen beispielsweise zu Carearbeit, Gender-Pay-Gap oder Gewalt an Frauen in den Mittelpunkt.

Feiert Ihr den internationalen Frauentag? Demonstriert Ihr? Lasst Ihr Euch Rosen schenken?

Was Ihr Euch Gutes tun könnt

Das Leben ist ein Marathon und wir müssen auf uns selbst achtgeben. Also hier eine unvollständige Sammlung an kleinen Dingen, mit denen Ihr Euch selbst Kraft für die Anforderungen des aktuellen Lebens geben könnt.

Nachrichten-Detox, Spazieren gehen, Sport, Kuscheln, Meditation, genug trinken, allein sein, gemeinsam mit FreundInnen Zeit verbringen, Multitasking abschaffen, Sonne…wisst Ihr was? Ich glaube, das ist sogar einen ganz eigenen Beitrag wert.

Deshalb hüpfe ich hier jetzt wieder vom Computer in den Familienalltag und hoffe, Ihr kommt gut durch diese wilden Zeiten.

Herzliche Grüße,

Eure Christina

2 Comments

  1. Liebe Christina! Ich mag Deine monatlichen Gedanken so sehr und bin vollkommen bei Dir. „Was hilft es der Ukraine, wenn ich „mitleide“? Rein gar nichts. Was hilft: Empathisch sein und aktiv werden.“ Mitleiden heißt nur, dass man sich selber mit in den Abgrund zieht. Aber die Welt braucht so viel positive Gedanken und Handlungen, wie vielleicht nie zuvor. Also let´s spread love und sich soviel Gutes wie möglich tun. Frühlingshafte Grüße, Nadine

    1. Liebe Nadine, da sprichst Du wahre Worte. Gerade verschenke ich viel über ebay Kleinanzeigen. Wenn die Menschen sich über die kostenlosen Geschenke freuen, sage ich ganz bewusst in letzter Zeit zu ihnen:“ Vielleicht geben Sie heute jemand anderem etwas Gutes mit auf den Weg. Das braucht unsere Welt gerade.“ Ich glaube fest an dieses Prinzip, dass wenn ich einem Menschen etwas Gutes tue, dass dieser dann diese Gute auch – vielleicht nur unbewusst – weitergibt. Also ja: Voll im Team „Let’s spread the love!“ Herzliche Grüße Richtung Köln. Christina

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