Lieblingsaktivitäten im Urlaub – Bloggerin Rachel von „Mama denkt“ im Interview

Rachel aka „Rage“ von „mamadenkt“ ist keine klassische Familienreisebloggerin. Sie ist in erster Linie Familienbloggerin mit den Schwerpunktthemen „Nachhaltigkeit und Minimalismus“. Da lag es nahe, Rachel hier in meiner Serie „Lieblingsaktivitäten im Urlaub“ eine Plattform zu bieten. Denn ohne sie zu kennen, faszinieren sie und ihr Blog mich sehr. Sei es Ihr „Handtaschenminimalismus“, „Kinder und Minimalismus“ oder „Reduziertes Kindeszimmer“. Vorhang auf für „mamadenkt“!

Bereits interviewt:

Jenny von „weltwunderer“
Christina von „mrsberry“
Tanja und Daniela von „rosaundlimone“

Welche Aktivitäten unternehmt ihr als Familie im Urlaub sehr gern?

Als Familie waren wir bis auf letztes Jahr meistens in Ferienhäusern unterwegs, die meist von privat als Urlaubsdomizil genutzt werden und sich daher selten in Ferienhausanlagen befinden. Wir haben auch schon mal eine knappe Woche mit einer befreundeten Familie unter demselben Dach verbracht. Das war auch sehr spannend und spaßig. Grundsätzlich verschlägt es uns eigentlich immer in den Norden Europas. Sei es der Norden Englands, Norwegen, Schweden oder Dänemark. Meistens sind wir viel draußen unterwegs: am Strand Muscheln sammeln, im Wald auf „Bä(ee)renjagd“ oder auf den alten Stadtmauern geschichtsträchtiger Städte unterwegs, um uns als Ritter und Burgfräulein vergangener Zeiten zu fühlen. Entscheidend ist, dass wir zusammen sind und Zeit und Gelegenheit haben dieses Zusammensein bewusst zu genießen. Da wir derzeit mit noch recht kleinen Kindern in den Urlaub fahren, füllen wir die Zeit mit viel Spiel draußen oder drinnen. Letztes Jahr haben wir uns einen Traum von Abenteuer erfüllt, bei dem wir nicht wussten, wie das als Familie sein würde und waren WWOOFen. WWOOF ist die Abkürzung von „worldwide opportunities on organic farms“. Dieses Konzept bietet die Möglichkeit als Einzelner oder zu mehreren, i.d.R. vermutlich zu zweit, in unserem Fall als Familie, an einem Hof oder in einer Familie für Kost und Logis am dortigen Leben teilzunehmen. Das Besondere: Es handelt sich bei diesen Höfen und Anbietern um Orte, die sich durch einen naturverbundenen und ökologischen Lebensstil kennzeichnen.

Unser eigentliches Ziel letztes Jahr bestand darin als Familie längere Zeit im Ausland zu verbringen, bevor der „Ernst des Lebens“ beginnt, und wir durch Schulpflicht und dazugehörige Schulferien auf einen sehr begrenzten Ausschnitt des Jahres angewiesen sein würden, um Urlaub zu machen. Dass wir dabei über das WWOOFen gestolpert sind, war mehr Zufall und hängt vermutlich mit den Veränderungen unseres Lebensstils hier in Deutschland zusammen.

Welche Aktivitäten habt ihr bisher besonders genossen? Wo war das?

Dieses Abenteuer letztes Jahr haben wir sehr genossen. Am Anfang von etwas mehr als zwei Monaten ging es für drei Tage in ein Ferienhaus von Bekannten, um dort Gepäck zu hinterlegen und uns von den Umzugstätigkeiten in Deutschland zu akklimatisieren. Dann bereisten wir in unserem Pkw Schweden und Norwegen. Wir zogen von einer WWOOFing-Station zur nächsten. Zwischen diesen Stationen besuchten wir kleine, idyllisch gelegene, ruhige und familienfreundliche Campingplätze. Da wir im Sommer unterwegs waren, wussten wir zu Beginn unserer Reise nicht, wie das zu viert im Zelt oder mit den Mücken und anderen Insekten sein würde.

Unser Resumee bzgl des Schlafens: Das Zelten in unserem Tipizelt war die komfortabelste Übernachtungsmöglichkeit im Vergleich zu jeder anderen (Stugor, Ferienhaus, Bauwagen…). Wir lernten ein bisschen was über die Länder, die Lebensart der Skandinavier und ihre Einstellungen gegenüber Arbeit, Familie und Kinder. Durch das WWOOFen konnten wir uns Informationen über Permakultur oder auch das Schlachten von Schafen und Hühnern aneignen und miterleben. Die Kinder erhielten durch unser NomadenSein on the road Eindrücke von der Landschaft und den Ländern. Ich war beeindruckt wie einfach ihnen der Wechsel von einem Ort zum anderen fiel und wieviel Freude sie jedes Mal auf einem der neuen Höfe oder Campingplätze hatten. Sie bekamen viel davon mit, wie das Zusammenleben von Mensch und Tier oder Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft aussehen konnte. Wir hatten während dieses Abenteuers eine sehr intensive und wertvolle Zeit als Familie.

Copyright: "mamadenkt"

Copyright: „mamadenkt“

Erzähl meinen Lesern doch mal: Wer steckt hinter „mamadenkt“?

Hinter mamadenkt stecke ich: Rachel, auf mamadenkt mit rage gerufen. Nach der Geburt eines zweiten Kerls rief ich dieses Blog ins Leben. Angefangen als OnlineTagebuch bin ich inzwischen bei einem Blog gelandet, das sich in erster Linie mit Nachhaltigkeit und Minimalismus als Familie auseinandersetzt. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Einblicke in unseren Alltag, wie ich mit SuperMOM-Kostüm hin und wieder die Welt rette, über fehlende Solidarität schimpfe oder mich frage, welcher LeseStoff als nächstes unbedingt unters Volk gebracht werden sollte. Ich liebe Zitronenkuchen, habe zuletzt eine Zahnbürste aus Holz benutzt und renoviere derzeit mit an einer Alten Schule. Manchmal beobachte ich recht skeptisch, wie wir alle unser Zusammenleben eigentlich organisieren und beäuge unseren persönlichen LebensStil auch immer wieder mit einem kritischen Blick. Entscheidend finde ich dann letztlich immer den Gedanken, dass wir mit dem, was uns anvertraut ist, entsprechend sorgsam umzugehen haben. Egal, in welchem Lebensbereich: auf Reisen, im Beruf, als Familie, im Auto, als Mensch. (Irgendwie sind wir doch alle nur Pilger auf diesem Planeten.)

Herzlichen Dank, Rachel, für dieses sehr spannende Interview!

4 Kommentare zu “Lieblingsaktivitäten im Urlaub – Bloggerin Rachel von „Mama denkt“ im Interview

  1. Hallo, bei der Beschreibung der Ferien habe ich mich und meine Familie direkt wiedererkannt. 🙂 So sind wir auch: immer in den Norden, immer recht aktiv unterwegs. Man möchte ja auch was erlebt und gesehen haben. Dabei habe ich erstaunt festgestellt: meine Jungs stehen total auf Fischen in Österreich. 😀

    Lg Dani

    1. Liebe Dani, ich fühle mich bei klarer nordischer Luft und aktivem Unterwegs sein auch immer am lebendigsten. Und unsere kleine Tochter mit ihren fast 3 Jahren wird da auch immer aktiver. Noch ist nicht alles so möglich, wie ich es mir wünsche, aber Stück für Stück kommen wir da vorwärts. Fischen in Österreich 🙂 Das hört sich nach tollem Abenteuer an!!! Herzliche Grüße, Christina

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