5 Tipps, die Euch die Reiseplanung als Familie erleichtern

Ganz ehrlich: Eine Reise als Familie zu planen ist oft anstrengend. Klar halte ich auf dieser kleinen Reiseseite ein Plädoyer nach dem anderen dafür, den Nachwuchs einzupacken und gemeinsam die Welt zu entdecken. Das ist wunderbar. Trotzdem: Leichter war es als Paar definitiv. Da braucht keiner drumherum zu reden. Richtig? Wie also können wir uns die Planung erleichtern, damit wir entspannter aus dem Urlaub heimkehren als wir vom Heimatort gestartet sind?

1. Unterkunft: Mindestens 3 Übernachtungen an einem Ort einplanen

Seid Ihr vom Reisetyp her auch eigentlich mehr „Roadtrip“ als „wochenlang am Strand liegen“? Dann sind wir uns sehr ähnlich. Nach wenigen Tagen am selben Ort beginnt in mir diese vertraute innere Unruhe an aufzukeimen. Ich muss weiterziehen, neue Orte entdecken, mein Nomadengen regt sich. Das ist allein, mit Freunden oder als Paar auch gar kein Problem – solange da alle einer Meinung sind. Aber als Familie mit vielleicht auch noch mehreren kleinen Kindern steht man jedes einzelne Mal wieder vor einem logistischen Auftrag: Alles Hab und Gut vom Reisebett über den Buggy bis hin zur Rucksacktrage ins Auto bugsieren. Das berühmte Kofferraum-Tetris beginnt. Darüber hinaus dauert die Eingewöhnung an einem neuen Ort als Familie meist etwas länger, die Entspannung setzt meist später ein. Unsere Erfahrung deshalb: Möglichst einige Tage am selben Ort verweilen. Schont die Nerven.

2. Transport: Ein klein wenig Luxus gönnen

In früheren Jahren bin ich mit dem Daumen gereist. Die Aufregung, wer mich am Straßenrand mitnimmt. Das war schon das halbe Reiseerlebnis. Wie habe ich es geliebt, öffentliche Busse in Paraguay, die Holzklasse der Züge in Griechenland oder einfach Nachtzüge in Malaysia zu erleben. Das ungeheure authentische Gefühl, inmitten der Einheimischen zu reisen: Unbeschreiblich. Mit kleinem Kind denke ich derzeit nur: Bitte lass mich heil und ohne Trotzanfall ankommen. Da bin ich ehrlich. Wobei ich spüre, dass auch mit unserer 2-jährigen so langsam wieder etwas Reiseentspannung einsetzt. Dennoch gönnen wir uns lieber den eigenen oder einen Leihwagen oder einen Abholservice.

3. Aktivitäten: Vom heimischen Computer aus vorbuchen

Im Eiffelturm an der Riesenschlange warten? Lässt sich als Erwachsener irgendwie erträglich gestalten. Mit Gesprächen in der Warteschlange, dem Blick ins Handy oder den Reiseführer oder dem Beobachten des Treibens um einen herum. Das ist schwer möglich mit einem Kind, das einfach keine Lust auf diese langweilige Prozedur hat. Denn wenn ein kleines Kind keine Lust hat, dann hat es keine Lust. Fertig, aus. Wie erleichternd ist es da, Tickets vom heimischen Computer aus vorbuchen zu können. Fabelhaft! Mit unterschiedlichsten Anbietern lassen sich Aktivitäten auf der ganzen Welt vom London Eye über die Sagrada Familia (hätten wir das gewusst, hätten wir uns nicht die Beine in den Bauch stehen müssen) bis hin zum Empire State Building vorbuchen. Folge: Entspanntes Kind. Entspannte Eltern.

4. Organisation: Alle Informationen auf dem Tablet speichern

Wer meinen Mann kennt, der weiß: Alles, was das Leben mit Handy, Computer oder Tablet erleichtert, das ist bei ihm an der richtigen Stelle. Wäre ich auf unserer großen Tour rund um die Ostsee die Alleinplanerin gewesen, wäre dies vermutlich in einem riesen Zettelchaos ausgeartet. Wer jetzt noch weiß, dass wir 6 Wochen unterwegs waren und niemals mehr als 3 Nächte an einem Ort verbracht haben, kann sich das Ausmaß des Chaos bildlich vor Augen halten. Halleluja! Der Mann bestand hartnäckig auf einem Tablet. Und wie dankbar ich ihm dafür bin. Jede Adresse, jede Fahrstrecke und alle Informationen waren auf diesem kleinen Ding gespeichert. Sehr hilfreich. Zum Glück achtete er auch penibel auf konstante Akkuladung. Ich allein…ich will es mir besser nicht ausmalen…

5. Verpflegung: Allinclusive ist kein Makel

Noch vor unserem ersten Allinclusive-Urlaub nach Ägypten lästerte ich als sogenannter „travelsnob“ über diese Reiseform. Ja, wagte zu bezweifeln, ob es überhaupt als „Reise“ zu bezeichnen ist. Was bin ich meiner Schwägerin dankbar, dass sie uns gezeigt hat, wie entspannt so ein Urlaub sein kann. Und dass doch jeder aus dieser Reise das machen kann, was seinem Typ entspricht. Abgesehen davon tut es richtig gut, sich umsorgen zu lassen und sehr entspannt wieder in der Heimat zu landen. Seit dieser Erfahrung haben wir bereits weitere Erfahrungen mit Allinclusive gemacht. Wir haben die Bettenburgen von Bibione erkundet (eher nein) und durften den Luxus eines abgelegenen Bio-Familien-Resorts im Bayrischen Wald erleben (ja, nochmal bitte!). Allinclusive ist nicht gleich Allinclusive. Es bedeutet hauptsächlich, dass viel von der Organisiation der Rahmenbedingungen abgenommen wird und wir als Eltern nicht bei jedem Essen kalkulierend in den Geldbeutel blicken müssen.

Und welche Ideen habt Ihr noch für mich, wie wir uns alle die Reiseplanung erleichtern können?

6 Kommentare zu “5 Tipps, die Euch die Reiseplanung als Familie erleichtern

  1. Liebe Christina,

    da hast du vollkommen Recht, dass es immer nur die großen Sehenswürdigkeiten sind, die angepriesen werden. Die kleinen Abenteuer findet man meistens nur am Straßenrand, doch die können es meist mit den vielbeworbenen Highlights ohne weiteres aufnehmen. Für mich ist das eigentlich der Reiz des individuellen Reisens: Kleine wunderbare Erlebnisse am Wegesrand, die eine Reise unvergesslich werden lassen.
    Wir haben uns damals tatsächlich das Warten am Eifelturm angetan. Danach hatten die Kinder keine Lust mehr und waren knatschig. Viel entspannter ist meine Erinnerung an den Park Champ de mars vor dem Eifelturm, in dem die Kinder nach Herzenslust herumtoben durften und wir Paris dabei so richtig genießen konnten.
    Viele Grüße
    Christine

  2. Danke für diesen Interessanten Artikel. Reiseplanung ist auch für uns sehr wichtig, gerade bei Individualreisen wie wir sie grundsätzlich unternehmen. Den ersten Tipp finde ich ebenfalls sehr wichtig, da es erst einmal Ruhe in den Reisealltag bringt. Das Vorbuchen von Sehenswürdigkeiten sehe ich als Rundreisender kritisch, da man sich dadurch zu sehr zeitlich fixiert. Das funktioniert jedoch meist gut bei Städtereisen, da man ja sowieso schon vor Ort ist, aber wenn man bei einer Rundreise durch ein Land an einem bestimmten Tag irgendwo sein muß, fühle ich mich als Reisender schon wieder gehetzt. Lieber verzichte ich auf ein Highlight. Meist kommt man sogar als Nichtvorbucher noch in diverse Sehenswürdigkeiten, immer dann wenn Leute von ihrer Buchung keinen Gebrauch machen. Das haben wir schon sehr oft auf unseren Reisen erlebt.
    Als unheimlich wichtig empfinde ich das Mitführen eines guten und aktuellen Reiseführers. Dieser kann einem unterwegs oft den Familienfrieden bewahren, wenn man wie wir so gut wie keine Unterkunft vorbucht. Mit guten Reiseführern findet man immer ein Zimmer für die Nacht, egal auf welchem Kontinent man unterwegs ist.
    Ich könnte jetzt noch viele weitere Punkte finden, aber, liebe Christina, möchte ich hier nicht das Kommentarfeld sprengen.
    Vielleicht haben ja noch andere Familien gute Tipps für die Reiseplanung.
    Vielen Dank nochmals für diesen wirklich wichtigen Artikel.
    Christine

    1. Liebe Christine, Reiseführer sind unter einigen Reisebloggern ja ziemlich verschrien, weil man dadurch angeblich zum klassischen Touristen „verkommt“. Ganz ehrlich: Wir nehmen fast immer einen Reiseführer mit. Und wenn es nur zum Lesen der Hintergründe über eine Region während längerer Autofahrten ist. Ja, auch uns hat schon der ein oder andere Tipp dabei geholfen, noch in letzter Minute eine Übernachtung zu finden. Da sind wir uns wohl ähnlich 😉 Zum Thema Vorbuchung: Die Internetseite, die ich verlinkt habe, hat meines Erachtens auch nur die großen Sehenswürdigkeiten im Angebot. Wir haben beispielsweise vor Ort auf den Eiffelturm verzichtet, weil wir uns die Warterei nicht antun wollten und lieber stattdessen im Park spazieren gegangen sind. Da wäre das echt praktisch gewesen. Aber jetzt bin ich schlauer. Ich teile den Artikel gleich nochmal auf Facebook, vielleicht kommt ja noch die ein oder andere gute Idee. Herzliche Grüße, Christina

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